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bullet   Die täglich maximal zulässige Kursbewegung von Futures ("daily price limit")

 

Durch Einrichtung eines "daily price limit" ("daily trading limit"; "intra-day price limit", "lock-limit", "maximum price fluctuation"; tägliche größtmögliche Kursfluktuation) bringen Terminbörsen, die Gebrauch davon machen, einen äußersten zulässigen Kursänderungsbetrag zur Geltung, um den ein Terminkontrakt während des laufenden Handels im betreffenden Markt je Börsentag nicht mehr im Kurse steigen (= oberes Limit) oder nicht mehr im Kurse fallen (= unteres Limit) darf. Die rechnerische Bezugsgröße für den Ansatz einer börsenseitig festgesetzten täglichen Maximalvariation bildet regelmäßig der am Markt öffentlich festgestellte Schlusskurs des bezüglichen Futures aus der voraufgegangenen Börsenhandelsphase, der sogenannte "daily settlement price". Entfernt sich der laufende Terminkurs nun im weiteren Marktverlauf um jene fix angesetzte Größe eines "daily price limit" vom Letztgenannten, so führt dies als unmittelbare Folge für den Markt die Vornahme gewisser administrativer Beschränkungen herbei, der Regel nach verknüpft mit einer sofortigen Haltepause des Handels.

Nach den Maßgaben der an den internationalen Terminbörsen vorfindlichen Börsenregeln unterliegt nicht durchweg jeder Futures-Markt von vornherein per se dem Regulativ eines täglichen Kurslimits. Märkte, die frei davon sind, wie die Gruppe der am IMM zu Chicago notieren Devisen-Futures beispielsweise, können ohne jede Schranke auf- und niedergehen. Sowie indes ein Terminmarkt unter der Direktive einer täglich maximal zulässigen Kursbewegung gestellt ist, besagt dies, dass die Preisbildung sich im fraglichen Markt allein und ausschließend innerhalb einer genau vordefinierten Bandbreite ("daily range") vollziehen kann, deren obere wie untere Schwankungsgrenze durch die Vorgabe des "daily price limit" in eindeutiger Weise festgelegt ist. Ein Ausscheren aus ihr ist dem Kontraktpreis (Futureskurs) fortan unmöglich. Die Gültigkeit einer von der Geschäftsführung der Terminbörse einmal verfügten Regelung zur täglich höchstzulässigen Kursbewegung (deren Anwendung von der zuständigen Börsenaufsichtsbehörde grundsätzlich erst zu sanktionieren ist) bleibt, bis auf weiteres, im betreffenden Markt für jede neu anstehende Handelsperiode ununterbrochen aufrecht.

Hat eine Börse für einen Markt eine Anordnung zu einem täglich höchstzulässigen Kursänderungsbetrag erlassen und

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liegt in einem solchen Fall bereits der niedrigste Angebotskurs ("offer") über dem durch das obere Kurslimit fixierten höchstmöglichen Kurs, so kommt der Handel in seinem Lauf damit vollständig zum Erliegen: Es herrscht am Markt eine "limit-up"-Situation ("bid limit"); zwar alle Marktbeteiligten möchten zum Limitkurs kaufen, doch niemand ist bereit, zu verkaufen.

 

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Liegt hingegen das höchste Nachfragegebot ("bid") unter dem durch das untere Kurslimit bestimmten niedrigstzulässigen Kurs, so kommt der Handel ebenfalls vollständig zum Erliegen: Es besteht dann eine "limit-down"-Situation ("ask limit"); zwar alle Marktbeteiligten trachten zum Limitkurs zu verkaufen, doch niemand ist zu kaufen gewillt.

Die Leitungsbeauftragten der Terminbörsen treffen ihre Verfügungen über "daily price limits" vornehmlich aus der Endabsicht, die im Gefolge vermeintlich überzogener Preisschwankungen denkbarerweise auftretenden Übertreibungen und Auswüchse*, zumal die sich mit einem Schlag über alle Grenzen anhäufenden Nachschussforderungen für noch nicht verwirklichte Buchverluste ("maintenance margin call"), rechtzeitig zu bändigen, ihnen jedenfalls mit Entschiedenheit hindernd entgegenzuwirken. Das Regelungswerk eines "daily price limit" hat denn auch den an sich löblichen Zweck, durch äußeren Zwang der Umstände den Sinn für Ordnung unter den Marktteilnehmern zu straffen. Es trachtet danach, alle die drohenden Missstände zu beheben, die gemeinhin vom Aufkommen einer Übersteigerung des Marktgeschehens, insbesondere von jedweder Form einer Ausschreitung der Spekulation herrühren. Der Ansatz eines täglichen Kurslimits übt damit gewissermaßen aus sich heraus eine erzieherische Gewalt aus, die sich im Ernstfall eines Überschießens des Preises in sofortige Handelsunterbrechungen ausspricht und fühlbar macht. Das Inkraftsetzen von Handelsunterbrechungen als Abwehrmaßregel gegen eine hereinbrechende Überspekulation soll der Händlerschaft eine Bedenkfrist einräumen, die gesamte Markteinschätzung mit einigem Besinnen aufs Neue, und dann mit größerer Unbefangenheit zu überdenken, um, nachdem die erste Ungewissheit sich verflüchtigt und die Geschäftsaussichten womöglich diesmal anders beurteilt werden, sie zu ermuntern, sei es mit im Umfang herabgesetzten, sei es mit preislich abgewandelten Handelsaufträgen (Orders), neuerlich an die Börse heranzutreten oder endlich ursprünglich erwogene Orders wieder fallen zu lassen ("cool off").

[* Verhütet, zumindest aber abgemildert werden sollen ferner ungezügelte Kursausschreitungen, die von einem fessellosen, ungestümen Einsatz des professionellen Programmhandels an den Finanztermin- und den ihnen unterliegenden Kassamärkten ihren Ausgang nehmen ("program trading", "algorithmic trading", "automated trading").]

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Halten wir fest: Ein auf einem Terminmarkt bekannt gemachtes und in Verwendung stehendes beidseitiges "daily price limit" steckt für jeden Handelstag einen Preiskorridor von fester Breite um den jeweils vom vorigen Tag herangezogenen Referenzkurs ("settlement price") klar und unmissverständlich ab. Der laufende Terminkurs wird mithin für die gesamte Dauer der regulären Handelszeit zwischen den eingrenzenden Marken gebannt, an denen jeder Auf- wie Niedergang notwendig Halt machen muss. Durch die beiden Grenzwerte ist gleichzeitig der höchstzulässige resp. der niedrigstzulässige Futureskurs für je einen Börsentag auf dem betreffenden Markt eindeutig abgesteckt. Nur zu solchen Kursen, die innerhalb des restringierten Preisintervalls liegen, können im Verlauf der Abhaltungszeiten an den Börsen unter den gewöhnlichen Bedingungen Abschlüsse im fraglichen Kontrakt zustande kommen. Eine "limit up"-Bewegung im Markt ("limit move") – ganz einerlei, ob sprunghaft mit einem Satze oder durch einen steilen Trend binnen kürzester Frist – vermag den Futureskurs nicht höher als auf den oberen Limitkurs hinauf zu rücken, eine "limit down"-Bewegung hingegen nicht tiefer als auf den unteren Limitkurs hinab zu drücken. Nach erfolgtem Eintritt einer "limit up"-Bewegung sind sohin im Markt Abschlüsse allein und ausschließlich zum oberen Limitkurs, wenn nicht zu entsprechend niedrigeren Preisen, bei einer "limit down"-Bewegung hiergegen allein und ausschließlich zum unteren Limitkurs, wenn nicht zu entsprechend höheren Preisen, möglich. Alles dies soll ein Beispiel des Genaueren versinnlichen helfen:

Angenommen, am CBOT der Terminbörse CME Group beträgt das tägliche Preislimit in einem Nicht-Spotmonat bei Weizen 60 US-Cent/bushel und, wie weiter angenommen, der betreffende Weizen-Futureskontrakt möge tags zuvor bei 900 US-Cent/bushel geschlossen haben ("settle"), so liegt damit der Preiskorridor für mögliche Abschlüsse am Folgetage fest: Statthaft sind Handelsabschlüsse allein in einem Bereich zwischen 840 und 960 US-Cent/bushel, mit Einschluss seiner oberen und unteren Grenzkurse. Der Futureskurs darf demnach am folgenden Börsentag betragsmäßig genauso viel steigen wie fallen. Zulässig sind ansteigende Kursbewegungen höchstens um 60 US-Cent geradeso wie fallende Kursbewegungen höchstens um 60 US-Cent. Der Preiskorridor statthafter Kurse durchmisst somit 120 US-Cent.

Auch auf die Auftragerteilung ("order placement") im Börsenterminhandel nimmt ein "daily price limit" regelmäßig einen gesonderten Einfluss. So sind etwa bei der Formulierung von Tagesorders, die mit einem preislichen Limit ausgezeichnet werden sollen, nur solche Kursnennungen praktisch sinnvoll und verwendbar, deren Ziffer in einen Bereich fällt, der zugleich auch die von der Börse verbindlich vorgegebene Kursspanne in sich schließt. Besondere Obacht ist zudem im Hinblick auf offene GTC-Orders ("good-till-cancelled orders", "Orders bis auf Widerruf") vonnöten, denn: Manche Terminbörsen stornieren selbsttätig alle die GTC-Orders, deren Stopp- bzw. Limitkurse außerhalb des an diesem Tage bestehenden Preiskorridors zu liegen kommen.

Während der regelmäßige Börsenhandel zu den abseits vom gesteckten Preiskorridor liegenden Marktpreissätzen stille steht – er wäre unstatthaft, weil er die Bestimmungen der Börse zum "intra-day price limit" verletzte – stehen, wie bereits aufgezeigt, Abschlüsse zu den Limitkursen selbst mit den Regeln durchaus in Harmonie. Zu tatsächlichen Handelsumsätzen kommt es unter den verzerrten Verhältnissen eines "lock limit" in Wirklichkeit allerdings eher selten. Vielmehr wird in diesem Stück der Handelsverkehr bei geringer Frequenz ins Stocken geraten. Bewegt sich indessen der herrschende Marktpreis nach einer vorausgegangenen Kursbewegung, die den Eintritt in eine "limit-up"- bzw. "limit-down"-Phase hervorgerufen hat, über den Marktverlauf wieder zurück in das erlaubte Preisterrain hinein, so könnte damit grundsätzlich der reguläre Handel umgehend wieder aufgenommen werden. In der Terminmarktpraxis jedoch bleibt der Kontrakthandel im Anschluss an eine derartige Kurslimitbewegung – je nach den gegebenen Verfügungen der einzelnen Terminbörsen – ungeachtet des wahren augenblicklichen Marktpreises meist für mehrere Minuten ausgesetzt ("Volatilitätsunterbrechung").* Aber auch die Anordnung einer vollständigen Einstellung des Handels bis zum nächsten Börsentag ist an den weltweit großen Marktplätzen als Folge einer Limit-Situation keine Seltenheit. Erschwerend kommt i. d. R. hinzu, dass von der angegliederten Clearingstelle der Terminbörse ("clearing house") bei Eintritt einer Markt-Limitsituation zusätzlich zu leistende Marginbeträge als Sicherheiten eingefordert werden.

[* Ein ganz ähnliches Prinzip kommt mit dem Einsatz sog. Circuitbreakers zur Wirkung, wie es besonders auch an der New York Stock Exchange (NYSE) in Gebrauch steht.]

Gerade auf den Warenterminmärkten pflegen in gewisser Regelmäßigkeit sich Limitbewegungen einzustellen mit der Auswirkung einer augenblicklichen Einschränkung des Handels durch zeitweilige Aussetzung. Im Wirklichkeitsfall einer Limitbewegung kann es nicht fehlen, dass mitunter eine gehäufte Zahl an Orders* des teilnehmenden Publikums in den Orderbüchern der Börsen stehenbleibt, ohne große Aussicht auf eine alsbaldige Erledigung derselben. Unter den an Ort und Stelle daliegenden Marktverhältnissen eines eingeschnürten und ins Stocken geratenen Börsenhandels lässt sich das laufende Angebot wie auch die laufende Nachfrage zu dem in Geltung stehenden börslich-administrierten Limitkurs schlicht nicht mehr marktgerecht befriedigen. Das ist leicht begreiflich; denn kaum ein Händler wird sich hier und jetzt bereit finden, eine höherwertige Position zu untergleichgewichtigen Preisen hinzugeben.

[* Hier sei zur Aufmerksamkeit gewarnt: Infolge einer unvorhergesehenen, ganz unvermittelten Markt-Limitbewegung können "stop-loss"-Orders die Hervorbringung ihrer beabsichtigten Wirkung schlechterdings versagen! Ja selbst Marktorders werden bei dieser Sachlage nicht selten ihre zugedachte Funktion sistieren!]

Dem hiervon in unliebsamer Weise Betroffenen, der unvorbereitet überrascht mit einseitigen Verpflichtungsgeschäften auf Termin belastet ist, der sich daraufhin um Verlustbegrenzung bemüht und gerne "aussteigen" möchte, bleibt einstweilen kaum anderes übrig als sich in Geduld zu fassen. Er mag darauf hoffen, dass es ihm gelingen werde, sich über kurz oder lang zu einem für ihn noch annehmbaren Futureskurs halbwegs unbeschadet aus der Verlegenheit zu ziehen.* Allein verspricht, wie es oft geschieht, die gehegte Hoffnung nicht allemal Besserung; das lebendige Marktgeschehen widersetzt sich oft dem frommen Wunsch, und so trifft es sich, dass unvermittelte Limitbewegungen des Marktes Trader zu Dutzenden auf dem falschen Fuß erwischen. Gerade durch plötzlich und unverhofft eintreffende Nachrichten von richtunggebender Bedeutung für den Markt kann der Kurs eines Futures mitunter gar mehrere Tage in Folge am Limit haften, ohne dass es währenddessen an diesem Platze zu einem nennenswerten Umsatz kommt, mit der harten, aber denkmöglichen Misslichkeit, dass nun eine Vielzahl von Handeltreibenden unter der Last schmerzlicher Opfer unfreiwillig auf ihren Terminposten festsitzt. In eine solche Verlegenheit geraten, bleibt dem Leidtragenden vielfach allein der Zukunftsglaube, dass es ihm glücken werde, seine Verpflichtung sich so rasch wie irgend möglich an einem der darauf folgenden Handelstage vom Halse zu schaffen, ohne durch die Schließung, so sehnlich immer sie begehrt ist, allzu schweren Schaden hinnehmen zu müssen. Das genug oft zitierte Risiko bitterer Vermögensverluste infolge fehlgeschlagener Börsentermingeschäfte ist zu einem guten Teil von einer derartigen Zwangslage einer Limitbewegung auf den Futuresmärkten hergeholt.

[* Anmerkung: Im Allgemeinen bleiben die während der Zeit der Handelsunterbrechung im zentralen Orderbuch vorliegenden Quotes und Orders unangetastet erhalten. Mit Wiederaufnahme des Handels werden auch sie dann wieder vollwirksam. Der Handelsverkehr mag nach Eintritt eines Limit-Zustandes zwar unterdrückt, indessen aber nicht in jeder Richtung gehemmt sein. Der in Bedrängnis geratene Händler bleibt sohin keineswegs ohnmächtig. Terminmarkttransaktionen lassen sich nämlich mangels Börsenzwang grundsätzlich auch jenseits des Börsenparketts freihändig durchführen. Zu diesem Zweck gibt der Terminhändler eine sog. "off-floor order". Eine "off-floor order" zeichnet sich dadurch aus, dass unter Aufgabe der Vorteile, die ein börsengeregelter Verkehr mit sich bringt, der Abschluss eines Futures-Kontrakts über den Weg bilateraler Vereinbarungen zwischen den Parteien führt. Die eigentliche Abwicklung der gesamten Transaktion findet hierbei also "unter der Hand" außerhalb des Einflussbereichs einer Terminbörse statt. Ein zweiter Weg, seinen offenen Posten dennoch zu sichern, besteht darin, diesem eine "synthetische" Position in Optionen entgegenzusetzen. Wie gut oder schlecht der Händler dabei wegkommt, wird jedes Geschäft für sich zeigen.]

Am Folgetag einer Handelsunterbrechung nach einer vorausgegangenen Limitsituation kommen börsliche Umsätze ("trades") zu unverzerrten ("regulär fairen") Marktpreisen nur unter der Voraussetzung zustande, dass die beim Wiederbeginn gültige neue – ggf. nunmehr administrativ erweiterte – Handelsspanne den zu dieser Zeit herrschenden Marktpreis des Futures ("equilibrium price") auch faktisch einschließt. Man bemerke wohl, was das bedeutet. Die Preise von Futures bleiben nie stehen. Sie unterliegen in Wirklichkeit einer kontinuierlichen Marktbewertung – und zwar tun sie dies unbeirrt und unbekümmert um irgendwelche börsenseitigen Griffe zu täglichen Kurslimits, die vorher für jede der fest vorgegebenen Handelszeiten eigens angeordnet worden sind. Dieser Sachverhalt einer kontinuierlichen (zeitvariablen) Marktbewertung von Futures liefert überdies eine Erklärung dafür, warum in zahlreichen Alltagsfällen Futureskurse zu Börsenbeginn eines neuen Handelstages von heute auf morgen zum Teil erheblich vom "settlement price" des Vortages abweichen können. Anhand geeigneter grafischer Kursschaubilder (besonders anhand sogenannter Bar-Charts) erkennt man Markt-Limitbewegungen eines abgelaufenen Börsentages mit einem Blick an einem (oftmals isolierten) Punkt ("chart tick") zwischen den sonst überwiegenden mehr oder weniger ausgedehnten senkrechten Balken.

Die von den Terminbörsen verfügten maximal zulässigen Kursbewegungen werden in ihrem Betrag und in ihrer zeitlichen Erstreckung für jeden einzelnen Produktmarkt (fallweise nochmals untergliedert nach den verschiedenen Terminen eines jeden) stets genau fixiert. Einzelheiten hierüber werden dem Börsenpublikum durch die einschlägigen Regelwerke vorher allgemein bekannt gemacht. Das exakte Größenmaß einer äußerstenfalls zulässigen Preisänderung wird sich in der Regel von Markt zu Markt unterscheiden. Darüber hinaus greifen mehr und mehr Terminbörsen bei der Fixierung von Limits auf variable tägliche Kurslimits zurück ("elastic limits", ähnlich den sog. "circuit breakers" an den Aktienbörsen). So gilt z.B. für den Crude-Oil-Futures der New York Mercantile Exchange (NYMEX, eine Abteilung der CME Group) anfangs ein allgemeines Kurslimit von 10US-$/Barrel in allen Terminmonaten ("across the board"). Nach Erreichen dieses Limits schließt sich eine kurze Handelsunterbrechung ("temporary halt") von 5 Minuten an, und das Limit steigt gleichzeitig zunächst um weitere 10US-$/Barrel, sofern zu diesem Zeitpunkt irgendein Kontrakt am 10US-$ Dollar Limit, ausgehend wieder vom Vortagesschluss, verharren sollte. Wird das neu abgesteckte Limit in der Folge abermals erreicht, so setzt sich nach erneuter 5-minütiger Pause die Anhebung des Limits in Schritten von 10US-$/Barrel fort. Ein maximales Limit gibt es demnach nicht. Als Begleiterscheinung von Markt-Limit-Bewegungen kann, wie häufig zu beobachten, rein mechanisch eine Anhebung des Ersteinschusses ("initial margin") durch die Clearingstelle hinzutreten in der Absicht, hierdurch dem gestiegenen Marktrisiko gebührend Rechnung zu tragen.* Andererseits kommt das ursprünglich vorgegebene Limit dann wieder zum Tragen oder rückt stufenweise dahin zurück, wo und solange keiner von den Terminen mehr am Limit schließt.

[* Augenfällig ist, dass bei Durchlaufen der täglichen Preisspanne die dadurch ausgelöste Wertänderung eines Kontrakts die Höhe des Ersteinschusses ("inital margin") in diesem Markt gar um ein Mehrfaches übersteigen kann.]

Im "nearby"-Terminmonat eines andienungsfähigen Futures (d.h. in jenem Monatstermin, der kalenderzeitmäßig momentan so weit vorgerückt ist, dass er unmittelbar als nächster zur physischen Lieferung ansteht) besteht üblicherweise kein oder immerhin ein erweitertes "daily price limit". Es begreift sich dies aus dem Bestreben der Terminbörsen, eine etwaige Andienungsprozedur von terminfälligen Futures nicht ohne Not und Nutzen durch administrative Preislimits zu erschweren oder zu behindern.

Zwar beanspruchen die von Seite der Terminbörse förmlich aufgestellten Verfügungen zu den täglichen Kurslimiten für den geregelten Terminhandel für vorläufig unbestimmte Zeit andauernde Gültigkeit, stehen aber keineswegs unverrückbar fest. Die einzelnen Sätze können und werden von Zeit zu Zeit – sowie es der auf dem Markt vorherrschende Zustand bedarf – von den Börsen an nachhaltig geänderte Marktgegebenheiten angepasst werden. So mag beispielsweise eine länger anhaltende Aufwärtsbewegung der Marktpreise zu einer Anhebung des Limits führen. Die Anhebung erfolgt, um den mit dem soeben erreichten Kursniveau gestiegenen Risiken durch die in beiläufig demselben oder (besonders bei lagerfähigen Waren) überproportionalem Verhältnis gestiegenen Volatilitäten vollauf gerecht zu werden.* Umgekehrt wird eine länger andauernde Abwärtsbewegung der Marktpreise eine Senkung des Limits nach sich ziehen. Einen Überblick über derzeit gültige "daily price limits" erhalten Sie zeitig im Internet auf den Seiten der Webpräsenz der betreffenden Terminbörsen (i.d.R. unter dem Stichwort "contract specifications", "standardized contract terms" bzw. Kontraktspezifikationen), gegebenenfalls auch von Seite Ihres Kommissionshandelshauses.

[* Volatilitäten wie Preise steigen im Falle bewahrfähiger Commodities mit abnehmendem Bestand. Entsprechende Anpassungen nach aufwärts wurden daher unlängst durch die Terminbörse CBOT – eine Abteilung der Terminbörse CME Group – für den Weizen-Futuresmarkt ("wheat") vorgenommen.]

Zusammenfassende Betrachtung: Das für einen Börsenterminmarkt in Geltung stehende "daily price limit" setzt den Maßstab, nach dem sich die Breite der Zone möglicher Terminkurse an ihm regelt. Erreicht der Marktpreis die Grenzmarken derselben, stellt sich dadurch automatisch eine Limitsituation ein. Ihre Wirkung ist in beiden Richtungen eine gleichartig hemmende. In einer "limit-up"-Situation herrscht an der Terminbörse im davon betroffenen Markt eine "künstliche" Überschussnachfrage zum Limit-Kurs (b, "bid"), während in einer "limit-down"-Situation ein "künstliches" überhängiges Angebot zum Limit-Kurs (a, "ask") vorwaltet. Jenseits der Grenzen des Preiskorridors ist der Handel dauernd gehemmt.

Der Regelungszweck einer täglich in maximo zulässigen Kursbewegung besteht darin, dem Markt eine Atempause zu gewähren, mit dem Handel innezuhalten, ihn neu zu ordnen und vielleicht erste übersteigerte Aktionen und Reaktionen der Marktteilnehmer einzudämmen.* Darüber hinaus ist in der Verfahrensart eines täglichen Kurslimits neben der des Margin-Systems eine zusätzliche, erweiterte Schutzmaßregel, gleichsam eine Auffangstellung gegeben, welche die Gefahr der Nichterfüllung von Terminkontraktgeschäften so weit als es irgend angeht abwenden helfen soll. Andererseits ist nicht zu verkennen, dass die damit einhergehende Vorrichtung der bedingten Aussetzung der Handelstätigkeiten die wichtige Funktion einer gebührlichen und angemessenen Preisermittlung im Eintrittsfall der Grundbedingung aus sich heraus vorübergehend außer Kraft setzt. Die Frage, ob der künstliche Eingriff obrigkeitlich regulierender Gewalten in den Marktablauf durch einschränkende (bevormundende, verkehrsstörende, "allokationsverzerrende") Maßregeln in Form eines täglichen Kurslimits dem Terminhandel in letzter Instanz mehr hinderlich als förderlich ist, liegt in gelehrten Kreisen im Streite und ist auch heute noch unter den berufensten Fachkennern Gegenstand manch hitziger Streitgespräche.

[* Dieser Gedanke wurde bereits 1979 modelliert von Goldman, M. und Sosin, H. in der wissenschaftlichen Erörterung "Information Assimilation, Market Efficiency and the Frequency of Transactions", Journal of Financial Economics 7.]

Lesen Sie auf der folgenden Seite:

Die Positions-Obergrenze ("position limit"), "accountability rules" und Reportpflicht ("reportable limit")

 

 

Siehe auch:

 

Aufzählung

Was sind Futures?

Aufzählung

Wie entstehen Futures?

Aufzählung

Der Handel mit Futures

Aufzählung

Der Futureskurs

Aufzählung

Das Offene Interesse ("open interest") und der Umsatz ("volume")

Aufzählung

Glattstellung offener Positionen: Das Gegengeschäft

Aufzählung

Settlement: Die Erfüllung eines Futures-Kontrakts durch physische Lieferung oder "cash settlement"

Aufzählung

Die Mindestkursänderung ("tick", "minimum price fluctuation")

Aufzählung

Die Positions-Obergrenze ("position limit"), "accountability rules" und Reportpflicht ("reportable limit")

Aufzählung

Zur Beziehung zwischen Spotmarktpreis und Futureskurs und "cost of carry"

Aufzählung

Devisen-Futures

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Aktienindex-Futures

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Zins-Futures auf Geldmarktinstrumente

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Zins-Futures auf mittel- und langfristige Anleihen

 

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Ferdinando Galiani (1728-1787), italienischer Diplomat, Ökonom und Schriftsteller

 

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Stand: 29. März 2021. Alle Rechte vorbehalten.