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Die Stopp-Order ("stop order")

Eine Stopp-Order ("stop order", "stop market order", in gesonderter Verwendungsweise als "stop-loss order", "protective stop" bzw. "buy-stop order", oder seltener allgemein auch als "memorandum order" bezeichnet) kennzeichnet sich im Besonderen dadurch, dass der Auftraggeber (Wertpapierhändler) mit Auftragerteilung ausdrücklich einen Stopp-Preis ("trigger price", "Auslösepreis") benennt. Ein Stopp-Preis gibt als solcher eine die Ausführung der Order aufschiebende, d.i. bedingte Beschränkung vor.

Die Stellung jenes Auslösepreises im Zuge der Abwicklung einer Stopp-Order ist im technischen Sinne vergleichbar der eines Marksteins, durch den der Marktpreis sich erst hindurchwinden muss, um ihre Ausführung in Vollzug zu setzen. Die Ausführung einer Stopp-Order bleibt nämlich solange am Markt aufgeschoben, bis der laufende Börsenkurs das Richtmaß des gesetzten Stopps hinlänglich zu erreichen bzw. endlich zu durchqueren vermag. Erst dann – und nur dann! – wandelt sich die betreffende Stopp-Order augenblicklich aus sich selbst heraus zu einer Marktorder – und ein Abschluss gelangt unter gewöhnlichen Marktverhältnissen somit, wie bei jeder anderen Marktorder, zum nächsten festgestellten Marktpreis zur Verwirklichung.

Auch im Hinblick auf eine Stopp-Order ist das richtige Verständnis davon, wie und wo ein Stopp im Verhältnis zum laufenden Börsenkurs eines in Auftrag zu gebenden Wertpapiergeschäfts zu setzen ist, wiederum von entscheidender Bedeutung für eine möglichst wirkungsvolle Nutzanwendung dieser Orderart. Je nachdem es sich im betreffenden Anwendungsfall um eine Kauf- oder eine Verkaufs-Stopp-Order handelt, lassen sich zwei Fälle unterscheiden:

a.) Im Falle einer Verkaufs-Stopp-Order ("sell stop order") muss der Stopp-Preis unterhalb des herrschenden Marktpreises angesetzt werden; dreht es sich umgekehrt b.) um eine Kauf-Stopp-Order ("buy stop order"), so muss der Stopp-Preis über dem derzeit geltenden Marktpreis gesetzt sein. Im Unterschied zur Verkaufs-Stopp-Order, wo der Stopp unter dem Marktpreis gelegt wird, wird der Stopp einer Kauf-Stopp-Order also notwendig über dem derzeitigen Marktpreis festgelegt.

Die Stopp-Order kennzeichnet eine Besonderheit: Sie wird nicht sogleich mit Erreichung des Stopps ausgeführt, sondern erst durch eine vorbereitende börsenmäßige Geschäftigkeit, als "Aktivierung" angesprochen, in Tätigkeit versetzt. Die Aktivierung ist somit notwendige Vorbedingung dafür, dass eine zwecks Kauf oder Verkauf von Wertpapieren abgefasste und eingereichte Stopp-Order an der Börse überhaupt zur Ausführung gelangen kann. Es fragt sich sogleich, unter welchen Umständen genau kommt es zur Aktivierung einer Stopp-Order? Nun, ehe eine Stopp-Order überhaupt ausgeführt werden kann, durchläuft sie im Handlungsverlauf einen Wandlungsvorgang. Sie wird sich hierbei vorgängig, wie vorhin aufgeführt, zunächst in eine Marktorder umwandeln müssen, und zwar folgendermaßen:

Eine Kauf-Stopp-Order, bei der der Stopp-Preis, wie schon oben hervorgehoben, vom Auftraggeber stets über dem herrschenden Marktpreis gesetzt werden will, wandelt sich dann und nur dann zu einer Marktorder, wenn a.) auf dem Markt zu dem benannten Stopp tatsächlich Umsatz vollbracht wird, oder b.) wenn umsatzwirksame Nachfrage zum oder über dem gesetzten Stopp-Preis entsteht ("bid at or above the stop price").

Eine Verkaufs-Stopp-Order, bei der der Stopp-Kurs stets unterhalb des laufenden Marktpreises festgesetzt wird, wandelt sich dann und nur dann zu einer Marktorder, wenn a.) zum benannten Stopp tatsächlich Umsatz zustande kommt, oder b.) wenn umsatzwirksames Angebot zum Stopp oder unterhalb des angesetzten Stopps entsteht ("offered at or below the stop price")*. Eine Stopp-Order lässt sich daher auch als eine "bedingte Marktorder" auffassen.

[* Zusätzlichen Schutz bietet die NASDAQ für Aktien und an amerikanischen Plätzen notierte Aktienoptionen, indem Stopp-Orders erst dann zur Auslösung kommen, nachdem der gesetzte "trigger pricer" von mindestens zwei verschiedenen Orders preislich durchkreuzt werden konnte.]

 

Worin liegt nun der Zweck einer für den Einsatz einer Stopp-Order? – Der Rückgriff auf eine Stopp-Order kann in folgenden Fällen zweckvoll sein:

  1. im Falle eines strategisch ausgerichteten Kaufs oder Leerverkaufs eines Wertpapiers oder ETF-Anteils, d. i. zum "Einstoppen" in den Lauf einer einsetzenden Kursentwicklung in eine bestimmte Richtung (Trend),

  2. ferner als Technik des Risikomanagenents für den Fall der Begrenzung oder Verhütung von Verlusten gehaltener oder leerverkaufter Wertpapiere oder ETF-Anteile, sowie

  3. bei der Absicherung eines Buchgewinns gehaltener oder leer verkaufter Titel.

Ein Beispiel zu b., Verlustbegrenzung von gehaltenen Wertpapieren: Ein Händler, der 1000 XYZ-Aktien sein Eigen nennt, die er kurz zuvor zu einem Einstandkurs von 33$ je Aktie erworben hat, möchte drohende Kursverluste aus diesem Bestand äußerstenfalls auf 5000$ begrenzen, ohne dabei sein Portfolio mühselig und meist auch zeitaufwendig andauernd im Auge behalten zu müssen. Der augenblickliche Kurs der XYZ-Aktie mag bei 30$ liegen. Um das Beabsichtigte zu erreichen, setzt er eine Verkaufs-Stopp-Order ("protective stop") wie folgt: "Sell 1000 XYZ-Shares at $28, Stop". Man beachte, dass der Stopp-Kurs, zu dem der Verlust begrenzende Verkauf nötigenfalls statthaben soll, wie oben erörtert, unterhalb des derzeitigen Marktpreises von 30$ liegt, und zwar ohne dass es dadurch von selbst zu einer sofortigen Orderausführung kommt.

Solange nun die XYZ-Aktie über dem "trigger price" von 28 $ notiert wird, bleibt die Stopp-Order im Orderbuch des auf dem Börsenparkett für die Orderausführung zuständigen Händlers ("designated market maker") bzw. im zentralen Orderbuch des elektronischen Handelssystems der Börse vermerkt, ohne dabei irgendeinen Einfluss auf die gehaltene Effektenposition zu nehmen; diese bleibt davon gänzlich unberührt, weil und solange der Börsenpreis über der Marke von 28$ liegt. Sollte es am Markt jedoch zu Abgabedruck kommen, der den XYZ-Aktienkurs mit abwärts reißt bis dieser sich im Zuge der rückläufigen Bewegung soweit ermäßigt hat, dass sich an der Börse ein Angebot ("offer") bzw. ein Umsatz zu 28$ bildet, so bewirkt dies zunächst die sofortige Aktivierung der Verkaufs-Stopp-Order. D. h. die fragliche Stopp-Order wandelt sich damit im gleichen Augenblick zu einer Marktorder. Die nunmehr zur Marktorder gewordene Stopp-Order wird jetzt umgehend – so wie es naturgemäß bei Marktorders gebräuchlich ist – zum nächstbesten laufenden Kurs vollzogen werden.

Zur Erläuterung dessen besehen wir eine mögliche Aufeinanderfolge der letzten fünf notierten Umsätze ("trades") genauer:
  $ 28,20  –  $ 28,10  –  $ 28,05  –  $ 28,00  –  $ 27,90.

Gemäß vorstehender Reihe liegen die Kursnotizen der ersten drei Abschlüsse über dem in der Verkaufs-Stopp-Order in Ansatz gebrachten Stopp von 28$. Diese Geschäfte nehmen daher keinen Einfluss weder auf die infrage stehende Order noch auf den gehaltenen Bestand. Der vierte Umsatz an der Börse kommt nun zu 28$, also unmittelbar zum Stopp-Preis, zustande: und dieser ist es auch, der die Stopp-Order zuerst aktiviert, sie also in den Zustand der sofortigen Ausführbarkeit versetzt ("elected sale"). Die Stopp-Order ist damit zur Marktorder geworden. Sie wird nun schleunigst zum nächstbesten erreichbaren Kurs im Markt zusammengeführt werden. Der nächste Handel kommt mit einem Kurs von 27,90$ zum Abschluss ("fill"), mit dem Erfolg, dass die 1000 XYZ-Aktien zu eben diesem Kurs die Hände wechseln ("stopped out").

Offenbar wurde das Wunschziel, den höchstmöglichen Verlust auf 5000$ zu begrenzen, um den Betrag von 100$ verfehlt. Man prüfe: (33$ – 27,90$) × 1000 = 5100$ Verlust. Dieses lehrt: Das Setzen eines Stopp-Preises darf keinesfalls dahingehend fehlgedeutet werden, dass eine Stopp-Order der Tat nach jedes Mal ganz genau zum gesetzten Stopp zur Ausführung gelangen muss. Vielmehr ist es mit dem angesetzten Stopp einer Stopp-Order so bestellt, dass erst ein eben zu diesem "trigger"-Kurs festgestellter Handelsabschluss, oder auch zu einem beliebigen Kurs jenseits des Auslösekurses, ihre Aktivierung bewirkt, wodurch sie sich im gleichen Augenblick in eine Marktorder verwandelt. Die Orderausführung selbst kommt sodann an der Börse zum nächstbesten Kurs zustande – und dieser kann freilich höher, tiefer oder zufälligerweise auch mit dem Stopp auf gleicher Höhe stehen. Jedoch geht es hierbei nicht an, dass eine Stopp-Order von sich aus ihre eigene Auslösung bewirkt. Zur Aktivierung bedarf es jedes Mal der Kraft von Aufträgen anderer Marktteilnehmer. Die besonderen Bedingungen und Umstände, unter denen eine Auslösung und damit eine Aktivierung einer Stopp-Order erst ermöglicht wird, wie z.B. eine zu beobachtende "uptick"-Regel u.dergl., können von Wertpapierbörse zu Wertpapierbörse gemäß den Satzungen durchaus in einigen Schattierungen auseinandergehen.

Das Missverhältnis zwischen Auslösekurs einer Stopp-Order und dem tatsächlich erzielten Handelspreis wird besonders häufig dann schlagend, wenn es an den Wertpapierbörsen zu einer abrupten, unerwartet heftigen Kursbewegung in der einen oder anderen Richtung kommt. So ist es im alltäglichen Börsengeschehen keine Seltenheit, dass ein ETF- oder Aktienkurs aufgrund unverhofft eintreffender Nachrichten von entscheidender Bedeutung für die künftige Marktentwicklung mächtig ins Schwanken gerät, mit der Folge, dass der festgemachte Ausführungskurs nun sehr deutlich und zumeist auch unliebsam vom "trigger price" der Stopp-Order abweicht. Auf das oben gegebene Beispiel gewendet, mag der Abschluss möglicherweise erst bei einem Aktienkurs von, sagen wir, 27, statt wie vorausgesetzt, 28$ gelingen. Aber auch im Falle einer Anhäufung von Stopp-Orders jenseits einer aus Sicht der Börse psychologisch wichtigen (so zumal aus "charttechnischer" Sicht bedeutenden) Kursmarke werden sehr ungünstige Ausführungskurse für den Händler mitunter dann die Folge sein, wenn an dieser Marke erste Stopp-Orders handelstechnisch in Bereitschaft gesetzt werden, diese sich im Zuge ihrer Wirkung nach und nach zu Marktorders wandeln und so gewissermaßen zu einem Stein werden, der eine Lawine ins Rollen bringt, indem er der Reihe nach zahlreiche weitere Stopp-Orders auslöst.

Eine Kauf-Stopp-Order hingegen findet – neben der Absicherung eines Buchgewinns bei einer bestehenden offenen Leerverkaufsposition ("short") – bei der Begrenzung von Verlusten einer bereits eingeleiteten und noch nicht eingedeckten "short"-Position in Wertpapieren in einer dem obigem Fallbeispiel mit umgekehrten Vorzeichen entsprechender Weise Anwendung.

Eine weitere strategische Anwendungsmöglichkeit der Stopp-Order besteht in der Öffnung spekulativer Posten. Ein Musterbeispiel hierfür ist folgende Marktausgangslage: Ein Börsenspekulant mag, nachdem er auf einem Markt einen Kursfall beobachten hat, zu der Auffassung gelangen, dass dieser auf dem damit erreichten Kursstand nunmehr seinen vorläufigen Tiefpunkt gesehen habe. Sollte sich im Anschluss an die von ihm vermutete sogenannte "technische Bodenbildung" – ein Vorkommnis, das von "Chartisten" häufig und gern als Bestätigung für eine Trendwende erachtet wird – ein Aufwärtstrend entwickeln, so will er in jedem Falle daran teilhaben. Zu diesem Ende reicht unser Spekulant eine Kauf-Stopp-Order ein, deren Stopp er über den herrschenden Marktpreis legt. Dreht der Markt daraufhin, so seine Hoffnung, werde seine Kauf-Stopp-Order dadurch in Kraft gesetzt und sodann als Marktorder, wie von ihm beansprucht, geradewegs zum nächstbesten Kurs Erledigung finden. Täuscht er sich hingegen über die Marktlage, und der Kurs fällt wider alles Erwarten weiter, so erhält er, ohne vorher Position zu beziehen, Gelegenheit, seine Markteinschätzung erneut zu überdenken, um gegebenenfalls später auf der Grundlage neuer Nachrichten mit einer entsprechend abgewandelten Order abermals auf den Markt zu treten, oder diesem nunmehr fern zu bleiben.

Eine gewisse Schwierigkeit bei der wirklichen Anwendung einer Stopp-Order liegt in der Festsetzung der am meisten zweckmäßigen Lage des Punktes für den Stopp-Preis im Verhältnis zum gerade herrschenden Kursstand. Dass der Kurs einer Kauf-Stopp-Order (Verkauf-Stopp-Order) über (unter) dem bestehenden Kurs liegen muss, ist bereits aus den Ausführungen oben mit aller Klarheit hervorgegangen. Immerhin allein soviel steht fest: Bei der Entscheidungsfindung über die zweckgerechte Höhe der Marke für den Stopp – sei es zum Zwecke der Begrenzung von Verlusten, der Absicherung eines Buchgewinns oder der Öffnung einer neuen Position – wird regelmäßig die gegenwartsbezogene Markt-Volatilität die ausschlaggebende Rolle spielen.

Wird in volatilen Märkten der Stopp innerhalb eines allzu schmal gezogenen Bereichs um den herrschenden Kursstand gesetzt, so vervielfältigt sich die Wahrscheinlichkeit dafür, unvermittelt und vorschnell "ausgestoppt" zu werden. Wird hingegen der Stopp in einem verhältnismäßig ruhigen Markt nicht nah genug um den obwaltenden Kursstand gesetzt, so vervielfältigt sich die Wahrscheinlichkeit nicht minder dafür, dass der Stopp nicht, wie es in der Absicht des Händlers liegen wird, zur Ausführung der Order gereicht, mit der möglichen Folge, eine an sich gewinnträchtige Spekulationsgelegenheit ohne Not verpasst zu haben.

Werden Stopp-Orders bereits vor Handelsbeginn eingereicht, so ist besondere Achtsamkeit am Platz! Der Grund hiervon ist leicht aufzuklären. Sollte nämlich der Markt im anschließenden Handelsverkehr um einiges höher oder niedriger öffnen als ursprünglich erwartet und im gleichen Zuge der Stopp in seinem ziffermäßigen Ansatz vom Marktpreis durchdrungen werden, so sind gemeinhin vom Stopp stark abweichende und für den Händler oft höchst ungelegene Ausführungskurse die unmittelbare Folge. Anzumerken ist schließlich noch, dass im Orderbuch verzeichnete und bisher nicht ausgeführte Stopp-Orders regelmäßig erlischen, sofern besondere Kapitalmaßnahmen (Kapitalerhöhung, Dividendenzahlung, Umwandlung u. dgl.) beim zu ordernden Papier durchgeführt werden sollen. Auch auf diese Tatsache ist bei der Ordergabe für Aktien Rücksicht zu nehmen.

Die allgemeine Lehre daraus ist folgende: Trotz aller ihrer strategischen Vorzüge gibt eine Stopp-Order dem Auftraggeber keine Gewähr auf die begehrte Orderausführung zum Kurs gemäß dem angesetzten Stopp; denn bevor eine Stopp-Order überhaupt zur Ausführung gelangen kann, wandelt sich diese zunächst zu einer Marktorder, und eine Marktorder wiederum kann, wie man weiß, zu jedem möglichen erzielbaren Kurs im Markte zusammengeführt werden. Somit verbleibt immer eine gewisse Restunsicherheit darüber, ob und wie weit sich der postnumerando eingestellte Kurs im Zeitpunkt der Ausführung vom Stopp entfernt hat. Unter ungünstigen Marktverhältnissen kann der eine durchaus in nicht unbeträchtlichem Maße von dem andern abweichen.

 

Um die mit Verwendung herkömmlicher Stopp-Orders verbundene Unsicherheit über den tatsächlich erzielbaren Kurs besser in den Griff zu bekommen, wurde die Stopp-Limitorder erschaffen. Der Gebrauch einer Stopp-Limitorder soll insbesondere die Gefahr von vom gesetzten Stopp-Kurs mehr als erwünscht abweichenden Ausführungskursen nachhaltig abwenden helfen.

Die ordnungsgemäße Erteilung einer Stopp-Limitorder bedingt die Angabe zweier gesonderter Kursziffern, nämlich 1.) die eines Stopp-Preises ("trigger price") und 2.) eines Limit-Preises.

Handelt es sich hierbei um eine Verkaufs-Stopp-Limitorder ("sell-stop-limit order"), so muss der Stopp unterhalb des herrschenden Marktpreises gelegt werden; handelt es sich dagegen um eine Kauf-Stopp-Limitorder ("buy-stop-limit order"), so muss der Stopp über dem herrschenden Marktpreis angesetzt werden. Hierzu ein Beispiel:

Angenommen, der Preis der DFGH-Aktie steht auf 37,80 US-$. Ein den Markt beschauender Aktienanleger erwartet, dass nach Durchbrechen der Marke von 38US-$ sich der Kursanstieg weiter fortsetzt. Er erteilt zu diesem Zweck folgende Order: "Buy 300 DFGH-Aktien at $ 38 Stop, $ 38,20 Limit". – Jede Stopp-Limitorder schließt sonach, wie schon vorstehend zur Darstellung gebracht, grundsätzlich zwei Preisangaben in sich: einen Stopp-Preis und einen Limit-Preis.

Die Bestimmung der zweckerfüllenden Lage des Stopp-Preises von Stopp-Limitorders lehnt sich weitgehend an die gleichen Überlegungen und Erfordernisse an wie es jene sind, die zur richtigen Bestimmung des Stopp-Preises von Stopp-Orders als Richtschnur herangezogen werden. Geradeso wie zur Festsetzung des richtigen Limit-Preises einer Stopp-Limitorder die gleichen vorausgesetzten Verhältnisse gelten, die auch für eine Limitorder bestimmend sind. Es empfiehlt sich darum in hohem Maße, sich vor dem Gebrauch einer Stopp-Limitorder sowohl mit den Einzelheiten und Anwendungsvoraussetzungen von Stopp-Orders als mit denen von Limitorders auf das gründlichste vertraut zu machen.

Erreicht oder überwindet der Börsenkurs die gesetzte Marke für den Stopp ("trigger price") einer für den laufenden Handelsverkehr eingereichten Stopp-Limitorder, so wandelt sich die Stopp-Limitorder augenblicklich und selbständig zu einer herkömmlichen Limit-Order, ausgezeichnet mit dem vom Auftraggeber gewählten Limit-Preis. Die nachfolgende Ausführung der Stopp-Limitorder im Markt ist damit durch die Tat nur zum Limitkurs oder zu einem für den auftraggebenden Händler besseren Kurs möglich.

Der trennende Unterschied zwischen einer Stopp-Limitorder und einer Stopp-Order liegt demzufolge darin, dass die Stopp-Limitorder – nachdem sie durch eine entsprechende Marktbewegung ausgelöst werden konnte – sich in eine Limitorder verwandelt, während sich die Stopp-Order unter dieser Bedingung notwendig allemal in eine Marktorder wandelt. Eine Stopp-Limitorder lässt sich demnach trefflich als "bedingte Limitorder" begreifen.

Genauer gesprochen: Eine Kauf-Stopp-Limitorder, bei der, wie wir wissen, der Stopp-Preis richtig über dem laufenden Marktpreis gesetzt wird, wandelt sich immer dann in eine Limitorder, wenn a.) zum bezeichneten Stopp sich Umsatz einstellt oder b.) wenn Nachfrage zum oder zu Kursen über dem genannten Stopp entsteht ("bid at or above the stop price"). Zur Orderausführung selbst kommt es indes nur unter der Vorbedingung, dass im Anschluss an eine Aktivierung der Stopp-Limitorder der Marktpreis das Richtmaß des vom Händler gesetzten Limit-Preises nicht überschreitet.

Eine Verkauf-Stopp-Limitorder, bei der der Stopp-Preis, wie oben bemerkt, stets unterhalb des derzeitigen Marktpreises gesetzt werden will, wandelt sich immer dann in eine Limitorder, wenn a.) zum genannten Stopp Handelsumsatz zustande kommt oder b.) wenn Angebot zum oder zu Kursen unterhalb der genannten Stopp-Marke entsteht ("offered at or below the stop price"). Zur Ausführung selbst gelangt die Order indes nur unter der Voraussetzung, dass im Anschluss an die Aktivierung der Marktpreis den Richtstand des vom Händler gesetzten Limit-Preises nicht unterschreitet.

Anwendung findet die Stopp-Limitorder – übereinstimmend mit der Stopp-Order – hauptsächlich unter folgenden Marktgegebenheiten:

  1. zum Zwecke eines strategisch ausgerichteten Kaufs bzw. Leerverkaufs eines Wertpapiers ("short sale"),

  2. der Begrenzung von größeren Verlusten gehaltener bzw. leerverkaufter Wertpapiere (jedoch weniger empfehlenswert!), oder

  3. der Absicherung eines Buchgewinns gehaltener bzw. leerverkaufter Börsenpapiere,

wobei die Stopp-Limitorder der Erfahrung nach öfter in weniger liquiden und/oder stark schwankenden Märkten anzutreffen ist.

Ebenso verdienen Stopp-Limitorders vor der Wiederaufnahme des Börsenhandels, zumal dann, wenn beim Wiederbeginn mit schwungvollen Kursbewegungen gerechnet werden muss, i.Allg. den Vorzug vor einfachen Stopp-Orders. Allerdings heißt es hierbei auf der Hut zu sein: Im Falle unvermittelt eintretender Kursausschläge von außergewöhnlicher Heftigkeit in dieser oder jener Richtung ist es nicht auszuschließen, dass eine Stopp-Limitorder ihre zugedachte Wirkung schlechterdings verfehlt!

Infolgedessen gilt als Faustregel beim Einsatz von Stopp-Limitorders: Je schneller man einen Markt verlassen möchte, also ein offener Posten wieder glattgestellt werden soll, desto weniger sollte man von Stopp-Limitorders Gebrauch machen.

Zur Probe und zum genaueren Verständnis seien hierzu noch einige Beispiele angeführt. Eine Kauf-Stopp-Limitorder möge lauten: "Kaufe 200 VWX-ETF-Anteile zu 30€ Stop, 30,50€ Limit". – Solange der VWX-ETF unterhalb von 30€ notiert, geschieht zunächst nichts. Werden jedoch daraufhin Abschlüsse zu 30€ oder darüber festgestellt, so wird die Kauf-Stopp-Limitorder hierdurch aktiviert und wandelt sich damit selbsttätig in eine Limitorder, versehen mit einem Limit-Kaufpreis von 30,50€ für den Anteil.

"Sell 300 CDE-Shares at $50, Stop Limit". – In diesem Fall sind Stopp- und Limit-Preis von gleicher Höhe. Wird die CDE-Aktie zu 50US-$ oder darunter gehandelt, so wird die Verkaufs-Stopp-Limitorder zu einer Verkaufs-Limitorder mit einem Limit-Preis von 50US-$. Hierbei liegt indessen die – nicht zu unterschätzende – Gefahr nahe, dass die Order zwar aktiviert, doch nimmermehr ausgeführt wird, weil der Marktpreis es nicht vermag, erneut an das Limit heranzurücken. Beispielsweise könnte die CDE-Aktie im Kurs von 50,10US-$ auf 49,50US-$ fallen und hierdurch die fragliche Stopp-Limitorder auslösen. Sollte sich nun der Kursrückgang fortsetzen, ohne dass der Limitkurs von 50US-$ nochmals erreichbar wäre, bliebe die Stopp-Limitorder mithin bis auf weiteres unausführbar in den Büchern der Börse zurück.

Stopp-Limitorders haben zusammen mit den Limitorders den niedrigsten Prioritätsrang unter allen möglichen Orderarten, d. h. sie sind erst dann an der Reihe, nachdem alle sonst noch offen stehenden Markt-, Stopp- und MIT-Orders usw. zuvor ausgeführt werden konnten. Ein Börsenhändler darf also erst dann auf eine Ausführung seiner Stopp-Limitorder rechnen, wenn Angebot und Nachfrage diese vorschriftsmäßig anfänglich zu aktivieren imstande war, und der Markt den Limitkurs danach wieder zu über- (bei Verkauf-Stopp-Limitorders) oder zu unterbieten (bei Kauf-Stopp-Limitorders) vermochte.

Kurz zusammengefasst: Stopp-Limitorders gleichen Stopp-Orders in ihrer Zielsetzung, allerdings mit der für Stopp-Limitorders wesentlichen Besonderheit, dass sich diese bei ihrer Aktivierung statt zu einer Marktorder alle Male zu einer Limitorder wandeln. Im Gegensatz zur Stopp-Order ist auch bei Auslösung einer fraglichen Stopp-Limitorder durch einen Umsatzakt zum Stopp-Preis eine daran schließende Ausführung derselben im Markt keineswegs mit Gewissheit gewährleistet; denn Spielraum für die Ausführung einer Stopp-Limitorder besteht nur in den engen Grenzen eines vom Auftraggeber zuvor festgesetzten Limit-Preises.

 

  •  Trailing Stopp-Order ("Trailing Stop-Loss-Order")

Eine überaus beliebte Spielart der Stopp-Order bildet, besonders zum Zwecke des Ausstiegs aus einem Trade ("exit trade"), die sogenannte Trailing Stopp-Order ("Trailing Stop-Loss-Order", "Folge-Order"). Bei einer Order dieses Zuschnitts dreht es sich um eine ansonsten gewöhnliche Stopp-Loss-Order, jedoch mit dem kennzeichnenden Unterschied, dass der Stopp-Loss-Preis bei steigenden Wertpapierkursen der gekauften und gehaltenen Papiere nicht von Anfang an ein für alle Mal festgesetzt ist, sondern in durchgehender Linie gewissermaßen im Schlepptau des Marktpreises liegt. Der für einen bestehenden Kaufposten arbeitende Stopp-Loss-Preis einer Trailing Stopp-Order steigt dabei ohne weiteres Zutun um einen vom Auftraggeber vorher fest vorgegebenen Betrag (als absoluter Betrag oder in Prozenten) gleichzeitig mit jeder Aufwärtsbewegung des Wertpapierkurses im Markt empor, fällt umgekehrt bei einer Abwärtsbewegung jedoch niemals herab. Dies hat den Bequemlichkeitsvorteil voraus, dass sich ein einmal erwirtschafteter Buchgewinn in vielen Alltagsfällen auf harmonische Weise sicher behaupten lässt, ohne dass der betreffende Wertpapierposten seinem Halter durch eine ununterbrochene Überwachung außer allem Verhältnis viel Zeit und Achtsamkeit abverlangt. Die Verwendung einer Trailing Stopp-Order macht sonach eine stete Anpassung der Order an geänderte Marktverhältnisse weitestgehend überflüssig. Mit Hilfe einer auf die jeweiligen Marktverhältnisse wohl abgestimmten Trailing Stopp-Order lassen sich mögliche Verluste aus bestehenden Kaufgeschäften bei nachher fallenden Marktpreisen durch die Vorrichtung eines eingangs gesetzten und später mit emporsteigenden Preisen selbständig aufwärts versetzten "stopp-loss"-Preises wirkungsvoll begrenzen. Andererseits lässt sich infolge eben jenes Nachziehens des "stop-loss", fast so, wie durch magnetische Kraft, die Höhe der zufallenden Gewinne bei steigenden Wertpapierkursen oben offen halten, während diese vor größeren Einbußen gesichert sind. Das Kardinalgebrechen einer Trailing Stopp-Order ist freilich in dem Umstand gelegen, dass der persönliche Bezug zu der obwaltenden Marktlage und ihren besonderen markttechnischen Erfordernissen durch eine unbeaufsichtigt gelassene Trailing Stopp-Order oftmals auf billige Weise übergangen wird.

Schließlich sei nicht versäumt noch zu bemerken, dass besonders für Optionsgeschäfte die Börsen die Einreichung von Trailing Stopp-Orders in aller Regel rundweg zurückweisen werden. – Eine Trailing Stopp-Order erlischt, wenn sie am Markt zur Ausführung gelangt ist, widerrufen wurde oder im Falle von Aktien auch bei Eintritt bestimmter Kapitalmaßnahmen, wie bspw. Dividendenausschüttungen, Emission von Bezugsrechten und Aktiensplits.

 

Siehe auch:

Orderarten an den Terminbörsen

Preislich limitierte Orders

Die Markt-Order

 

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"In vitium ducit culpae fuga, si caret arte." (Des Fehlers Meidung führt, geschieht sie ungeschickt, zu neuen Fehlern nur.)
Horaz (65 v. Chr. - 8 v. Chr.), römischer Dichter

 

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2020 Bert H. Deiters
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Stand: 25. Januar 2021. Alle Rechte vorbehalten.