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Limitierte Order ("limit order")

Das Bestreben eines jeden Wertpapierhändlers geht dahin, mit denkbar günstigster Aussicht auf einen guten Schnitt auf den Finanzmarkt zu treten. Demzufolge wird den Käufern vorrangig daran gelegen sein, sich zu billigen, also so niedrigen Kursen mit Wertpapieren zu versorgen, wie es sich ermöglichen lässt, mit dem Vorsatz, diese wieder abzugeben, soweit die Kurse hinlänglich gestiegen sind. Die Verkäufer von Wertpapieren suchen demgegenüber zu möglichst höchsten Kursen abzuschließen, um ihre Kursgewinne bis zum Äußersten zu steigern und dann heimzubringen oder um etwaige Kursverluste so sehr als nur möglich ist zu begrenzen. Für den Fall eines Leerverkaufs hegen sie nebenher den Plan, die Papiere bald darauf zu ermäßigten Kursen wiederzubeschaffen. Ein ebenso zweckdienliches wie weitgehend bewährtes Mittel zur Erreichung des besagten Strebezieles eines jeden stellt eine Order nach dem Zuschnitt einer Limit-Order vor. Zu unterscheiden sind zuvörderst die für Kauf- und die für Verkaufszwecke bestimmten Limitorders:

Aufzählung

Zeichnet ein Händler am Wertpapiermarkt seine Order mit einer Preisziffer aus, bis zu der herauf er äußerstenfalls in der Nachfrage zu bleiben entschlossen ist – entweder um Papiere in sein Portefeuille aufzunehmen oder sich nach einem Leerverkauf wieder einzudecken –, so dreht es sich bei dieserart von Order um eine Kauf-Limitorder ("buy limit order").

Aufzählung

Benennt umgekehrt der Auftraggeber eine Preisziffer, bis zu der herab er äußerstenfalls im Angebot zu bleiben gewillt ist, entweder um Papiere aus seinem Portefeuille abzustoßen oder diese leer zu verkaufen, so macht er damit eine Verkaufs-Limitorder ("sell limit order") offen kenntlich.

Eine Limitorder (limitierter Auftrag; vom lateinischen "limes" = »Grenze«) ist demgemäß dadurch charakterisiert, dass sie einseitig bedingt einen Grenzpreis vorweist. Der Auftraggeber gibt mit Formulierung einer Limitorder dem beauftragten Wertpapierhandelshaus ausdrücklich einen Mindest- bzw. Höchstkurs (das Limit) vor, bis zu dem er zu verkaufen bzw. zu kaufen beabsichtigt. Hierdurch stellt der Wertpapierhändler sicher, dass der von ihm vorab festgesetzte Preisansatz, zu dem er äußerstenfalls im Markte abzuschließen bereit ist, niemals zu seinem Nachteil unter- (Verkauforder) oder überschritten (Kauforder) wird. In seinem äußeren Zahlenausdruck wird und muss der Limitpreis einer Limitorder stets entsprechend der an der Börse für das betreffende Wertpapier herrschenden Notierungsweise angeschlagen werden. Im Falle von Aktienorders erscheinen diese also regelmäßig als Geldpreise, die auf das Stück bezogen sind, im Falle eines ETF als solche, die auf einen (1) Anteil eines ETF gemünzt sind. Der richtige Gebrauch einer Limitorder sei an nachfolgenden Beispielen näher erläutert:

a.) Erteilt ein Kunde seinem Brokerhaus eine Limitorder, 500 UVW-Aktien zu einem Limitkurs von, sagen wir, 30 € das Stück zu kaufen, so drückt er hiermit seinen Willen aus, nicht mehr als 30 € je Aktie auszulegen, d.i. 15000 € für das Börsengeschäft insgesamt. Alle Marktpreise von 30€ und weniger sind für ihn annehmbar und werden vorkommendenfalls zu übereinstimmenden Marktpreisen ungesäumt ausgeführt werden. Eine mit einer Preisziffer von 30 ausgezeichnete Kauf-Limitorder bleibt indes unausgeführt in den Orderbüchern liegen, solange der Börsenkurs der UVW-Aktie sich im Markt über der Marke von 30€ bewegt.

b.) Gibt ein Kunde eine Limitorder, 5000 VWXY-ETF-Anteile zu 3 € das Stück zu verkaufen, so zeigt er hierdurch unmissverständlich auf, dass er nicht gesonnen ist, weniger als 3 € für einen Anteil zu erlösen. Solange also der Kurs unter 3€ verharrt, bleibt die Verkaufs-Limitorder unausgeführt in den Orderbüchern der Börse zurück. Zu einem Abschluss kommt es somit nicht. Wird der ETF indessen zu 3€ oder zu höheren Kursen gehandelt, so kommt ein Abschluss im Markt zum dann herrschenden Kurs unmittelbar zustande.

Bei der Platzierung einer Limitorder ist völlige Klarsicht darüber, wo Limitkurse im Verhältnis zum vorliegenden Börsenkurs zu setzen sind, von ausschlaggebender Bedeutung für eine sinnhafte Anwendung der Order. Dabei gilt die Regel: Limitkurse einer Kauf-Limitorder werden unterhalb des vorhandenen Marktpreises gelegt; Limitkurse einer Verkaufs-Limitorder werden dagegen oberhalb des vorhandenen Marktpreises angesetzt.

Zur sprachlichen bzw. schriftlichen Aufstellung einer gültigen Limitorder jenseits einer über eine vorgegebene Ordermaske online vorgetragene Order bedarf es des buchstäblichen Zusatzes "Limit" nicht unbedingt. Allein durch die Tatsache, dass der Händler mit der Erteilung der Order wortdeutlich einen Kurs benennt, zeichnet sich seine Order aus sich selbst heraus erkennbar als Limitorder aus. So zum Beispiel: "Buy 100 XYZ-Shares at $ 40"; nur durch Nennung der Preisziffer von hier 40 US-$ ist eine Kauf-Limitorder bereits fertig bezeichnet.

Nun zur Wirkungsweise einer Limitorder: Eine Limitorder schließt regelmäßig ein Ausführungsrisiko in sich, das wieder zum Ausdruck kommt in der Ungewissheit darüber, ob der Auftraggeber auch tatsächlich zum ihm erwünschten (oder womöglich zu einem für ihn besseren) Kurs zum Zuge kommt oder eben gar nicht. Das Ausführungsrisiko rührt daher, weil eine Limitorder im Markt nur dann ausführbar wird, wenn der Marktpreis das gesetzte Limit auch tatsächlich zu erreichen, wenn nicht endlich zu durchdringen vermag. Allein bei bloßem Erreichen des gesetzten Limits durch den Marktpreis wird dem Wertpapierhändler üblicherweise keine Zusicherung auf Ausführung seiner Order ("a fill") zugestanden. Im Börsenleben erreicht der Marktpreis zuweilen sogar zum zweiten- und drittenmale hintereinander den gesetzten Limitkurs ganz vergeblich, ohne dass es hernach zur erstrebten Orderausführung kommt ("touched unable") – und dem Broker darüber Vorwürfe zu machen wären. Limitorders besitzen nämlich im laufenden Handel eine der niedrigsten Prioritäten unter allen Orderarten überhaupt, d.h. sie sind erst dann an der Reihe, nachdem alle sonst noch ausstehenden Markt-, Stopp-, MIT-Orders usw. zu ihrem Recht gekommen sind. In den meisten Fällen darf ein Wertpapierhändler also erst dann auf Erledigung seiner Limitorder rechnen, wenn der Markt das genannte Limit zu über- (bei Verkaufs-Limitorders) bzw. zu unterschreiten vermochte (bei Kauf-Limitorders).

Nicht aus der Acht zu lassen ist fernerhin Folgendes: Geht der Orderumfang über ein volles "round lot" hinaus, so wird seitens der Börse stillschweigend unterstellt, dass der Kunde mit einer Teilausführung seiner Limitorder einverstanden ist. Die vollständige Ausführung einer Kauf-Limitorder über einen Handelsumfang von beispielsweise 300 CDE-Aktien kann infolgedessen zu verschiedenen Zeitpunkten in verschiedener Stückzahl und somit oftmals zu einander ungleichen Kursen erfolgen. Wer dies umgehen will, sollte besser entweder eine AON-Order oder gegebenenfalls eine FOK-Order in Gebrauch setzen.

Limitorders können weder aus eigener Kraft noch aus irgendwelchen markttechnischen Gründen zu Marktorders werden (vgl. hierzu: Stopp-Orders), selbst dann nicht, wenn der laufende Marktpreis den Limitpreis in seiner Höhe punktgenau zu erreichen vermag. Um diesen Sachverhalt zu betonen, werden Limitorders im englisch-amerikanischen Sprachraum mitunter auch "resting orders" ("resting", auf gut Deutsch so viel wie "dabei bleiben") genannt.

Sollte es sich allerdings bei einem Börsenauftrag um eine Limit-or-Market-on-Close-Order handeln (eine solche stellt als Verbindung einer Limitorder mit einer MOC-Order eine Spielart einer gewöhnlichen Limitorder vor), so liegen die Dinge anders: Ist es dem Broker bis zum Handelsschluss nicht möglich, eine Limit-or-Market-on-Close-Order zu den gesetzten Bedingungen auszuführen, so wandelt sie sich innerhalb der letzten Handelssekunden von selbst zu einer Marktorder und wird demgemäß zum nächstbesten Kurs im Markt ausgeführt werden.

Unterlässt der Händler bei der Abfassung einer Limitorder jedwede Angaben zu deren Gültigkeitsdauer, so erstreckt sich ihre Geltung grundsätzlich auf den gesamten Handelszeitraum desjenigen Tages, an dem diese erteilt worden ist. Eine Limitorder erlischt immer dann, wenn sie endlich ausgeführt werden konnte, wenn der Gültigkeitszeitraum durchschritten, oder wenn sie durch den Auftraggeber vor Ablauf bzw. Ausführung ausdrücklich widerrufen wurde.

[* Bei manchen von den Handelsbanken ist es die Regel, dass die vonseiten ihrer Kunden erteilten Wertpapier-Limitorders aus sich heraus Gültigkeit bis zum Monatsultimo beanspruchen. Es empfiehlt sich daher, vor Einreichung einer solchen Order von dem beauftragten Handelshaus zuverlässige Auskunft über deren Dauer einzuholen.]

Doch welche Gesichtspunkte bestimmen nun die richtige Grenze bei der Preisauszeichnung einer Limitorder? – Allgemein lässt sich dazu sagen, dass zweckmäßigerweise ein gewünschter und für möglich gehaltener Preis in Ansatz gebracht werden wird, der die persönliche Preisuntergrenze bzw. Preisobergrenze des an den Markt herantretenden Wertpapierhändlers (d.i. seine innerwirtschaftliche Wertschätzung) für die in Frage stehende Aktie oder den ETF widerspiegelt. Die Preisentscheidung ist regelmäßig in Ansehung der herrschenden Marktvolatilität und vor dem Hintergrund des gesamten sonstigen Marktumfeldes zu treffen. Wird der Limitkurs hierbei zu hoch bzw. zu niedrig gegriffen, so läuft der Händler Gefahr, entweder zu teuer zu kaufen, zu billig abzulassen oder schlichtweg leer auszugehen, oder endlich unverrichteter Dinge auf seinem offenen Posten sitzenzubleiben. Zu beantworten ist diese Frage somit letztlich nur im jeweilig vorliegenden Einzelfall.

Der Häufigkeit nach werden Limitorders vorzugsweise dazu eingesetzt, Wertpapiere zu erwerben (Positionen auf- bzw. auszubauen), statt vorgehaltene Bestände an Wertpapieren wieder zu veräußern (dem Schließen von offenen Posten). Demgegenüber hat es sich bewährt, zum Zwecke der Begrenzung von Verlusten bzw. Absicherung von Gewinnen bestehender Geschäfte weniger Limitorders als vielmehr Stopp-Orders zum Einsatz zu bringen.

 

Zusammenfassende Betrachtung zu den Limitorders: Die Orderart einer Limitorder kann in ihrer angestammten Eigenheit als eine Schutzvorrichtung zur Herabsetzung der Eintrittswahrscheinlichkeit sich plötzlich einstellender, unerwünschter Ausführungskurse (Preisrisiko) aufgefasst werden. Eine Limitorder tritt regelmäßig dann ins Mittel, wenn es in der Absicht des Händlers liegt, zu einem festgelegten, nach Möglichkeit aber zu einem ihm lieberen Preis zum Geschäftsabschluss zu gelangen. Hiermit liegt gleichzeitig auch die höchstmögliche Beschaffungsausgabe für die zu erwerbende bzw. die mindestmögliche Veräußerungseinnahme für die abzustoßende Menge an Wertpapieren fest. Im Gegensatz zu einer Marktorder kann ein Börsenhändler bei Erteilung einer Limitorder indes zu keiner Zeit mit sicherem Vertrauen darauf rechnen, dass seine Order auch tatsächlich um den von ihm beanspruchten Kurs im Markt Berücksichtigung findet. Er läuft somit Gefahr, leer auszugehen oder auf seinen Beständen sitzen zu bleiben. Besteht das Hauptanliegen des Händlers dagegen in erster Linie in einer sofortigen Orderausführung, so wird er einer Market-Order den unbedingten Vorzug einräumen; denn ganz offenkundig ist der Gebrauch von Limitorders, wie man weiß, zugleich mit einem stets darüber schwebenden Ausführungsrisiko behaftet. Andererseits bietet eine Limitorder dem Anleger besonders in beweglichen (volatilen) Märkten, aber auch in solchen mit wenig ausgefahrenen Geleisen, bei Kauf-Orders einen sicheren Schutz vor ungewollt hohen, bei Verkaufs-Orders einen vor ungewollt niedrigen Preisen.

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Siehe auch:

Limitorders an Terminbörsen

Zeitlich limitierte Orders an den Wertpapierbörsen

Die Stopp-Order

 

"Don't sell the bear's skin, before you have caught the bear."

 

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Stand: 20. Januar 2021. Alle Rechte vorbehalten.