DeiFin – Die Finanzseite

Home Zurück Inhalt Feedback Impressum Suchen Content

     Das Termingeschäft

Futures
Optionen
Hedging
Märkte
Themen
Rat und Tipps
Bücher
Glossar
Links

 

 

 

   Was ist ein Termingeschäft?

Unter dem Begriff Termingeschäft ("forward contract", "forward commitment"; "Forwardgeschäft") versteht man ein Zeitgeschäft privatrechtlicher Natur, das in der laufenden Gegenwart des Vertragsschlusses eine Anwartschaft auf ein in einer künftigen Gegenwart zu erbringendes Rechtsgeschäft begründet und fixiert (Vertrag über "Verträge" eines ferneren Tages). Geschäfte dieses Zuschnitts zeigen sich in Ansehung der Kategorie Zeit immerhin verschieden von den Bargeschäften*, die ihrer Wesensbeschaffenheit gemäß sogleich mit ihrem Zustandekommen in der Jetztzeit zu erledigen sind. So werden nach übereinstimmendem Rechtsverständnis alle jene Handelsgeschäfte, deren gemeinsame Wurzel in dem Sachverhalt begründet liegt, dass Vertragsschluss (= Verpflichtungsgeschäft) und Erfüllung desselben durch Vollzug eines darauf gerichteten Rechtsgeschäftes – das ist i. d. R. ein Kauf-, Tausch-, Kredit- oder ein sonstiges entgeltliches Übertragungsgeschäft – in zwei oder mehr wesentlich verschiedene Zeitschichten einzuweisen sind, unter dem technischen Namen Termingeschäft zusammengefasst. Der Schlüsselgedanke, der sich um alle Formen von Termingeschäften ohne Unterschied rankt, ist mithin darin gelegen, dass das zeitlich kausale Nacheinander von wechselseitiger Einwilligung in die Vertragsverpflichtungen (Willenseinigung) und Erfüllung derselben um eine gewisse Zeitfrist von gemeinhin mehreren Tagen, meist aber um Wochen oder sogar Monate auseinandergelegen ist.

[* Die Geschäftsart der prompten Effektuierung von Kauf-/Verkaufsgeschäften (Bargeschäft, selten auch Effektivgeschäft, "Direktgeschäft"; engl.: "spot contract") wird in der Wirtschaftssprache, wenn und insofern es um Finanzgeschäfte geht, in der üblichen Weise – zumal im Börsenverkehr – mit dem Namen Kassa-, Komptant- (bzw. Geschäfte "per kontant", "per Kassa", Kassen- oder Kontant-) oder Promptgeschäft bezeichnet; bei Umsatzgeschäften mit vereinheitlichter (typisierter, physischer) Handelsware spricht man dagegen von Spot(markt)-, i. e. S. Effektiv- oder, besonders an Warenbörsen, auch von Lokogeschäften ("cash contract"). Die Zweiteilung der Geschäftsform in Zeit- und Bargeschäft stellt in ihrem Kern ab auf den Erfüllungszeitpunkt des Geschäfts. Die Erfüllung übernommener kaufvertraglicher Verpflichtungen, also der tatsächliche Vollzug des Austausches von Vertragsgegenstand gegen Geld sowie die wechselseitige Übereignung, erfolgt bei prompten Kaufgeschäften in idealtypischer Weise örtlich gegenwärtig gleichzeitig mit Vertragsschluss ("Lieferung gegen Zahlung jetzt", "Leistung für Gegenleistung jetzt"). Durch die Rücksicht auf technisch-organisatorische Umstände kann die Erfüllungsfrist bei Lokogeschäften jedoch durchaus einige wenige Tage in Anspruch nehmen. Im Gegensatz dazu sind Börsengeschäfte nach herrschenden Usancen, oder – wenngleich heutzutage ein Grund selteneren Vorkommens – auch aus abwicklungstechnischen Gründen, i.d.R. nach zwei bis drei Bank-Geschäftstagen (wie landschaftlich in Deutschland und vielen anderen Ländern unter Banken üblich: "Valuta 2 Tage") effektiv zu erledigen.]

 

 

 

Überhaupt lassen sich die möglichen Ausprägungen tauschwirtschaftlicher Beziehungen, unter denen im Verkehr die Übertragung von Marktgegenständen Platz finden kann, nach dem Zeitumstand in dreierlei Klassen scheiden: zum Ersten, der Bartausch (Barverkehr, "outright transaction"): Der Austausch einer verabredeten Sache gegen eine andere, wie auch deren gegenseitige Übereignung, erfolgt vor Ort gleich zur Zeit des Vertragsschlusses. Die Bestimmung des Austauschverhältnisses sowie die Erbringung der vereinbarten Leistung und Gegenleistung fallen in die Gegenwart. Im Falle eines Kaufgeschäfts ist dies der Kauf gegen bar (Barkauf, Handkauf, "outright purchase"). Zum Zweiten, das Kreditgeschäft ("credit transaction"): Der eine Teil leistet jetzt, der andere erbringt seine vertraglich zugesicherte Leistung erst in einer entlegeneren Zukunft. Bei Kaufgeschäften zerfällt diese Kategorie der äußeren Form nach in zwei Unterkategorien: 1.) der Verkäufer leistet jetzt, der Käufer bezahlt den Kaufpreis später. Hierbei handelt es sich um einen Kauf auf Kredit (Kreditkauf, "Kauf auf Borg", Preiskreditierung, "credit purchase"). Und 2.), der Käufer leistet jetzt, der Verkäufer später (Pränumerationskauf, "advance payment", "prepaid forward"). Dies betrifft den Fall der Vorleistung des Kaufpreises ("Vorauszahlung"). Als dritte Hauptkategorie reiht sich füglich das Termingeschäft an. Hier fällt der Vollzug der jetzt beredeten Leistung und Gegenleistung in die fernere Zukunft, zwischen denen dann gewöhnlich kein nennenswerter Zeitunterschied mehr liegt (Lieferungsgeschäft, Zeithandel, "forward contract"). Bei Kaufgeschäften auf Termin spricht man heute auch von einem Kauf auf Zeit oder einem Zeitkauf.

Obgleich Termingeschäfte ohne Bargeschäfte undenkbar wären, heben sie sich nicht nur mit Strenge von den Bargeschäften ab, sondern zeigen sich auch von den gewöhnlichen Kreditgeschäften verschieden. Bei Bargeschäften vollzieht sich oder soll sich der Leistungsaustausch, wie eben auseinandergesetzt, nahezu zeitgleich im Augenblick des Geschäftsabschlusses vollziehen. Bezeichnend für Kreditgeschäfte ist wieder, dass die Leistung des einen Teils, die des Gläubigers, in die Gegenwart, die Gegenleistung(en) des anderen, des Schuldners, in die Zukunft fällt (fallen).

Ein ordentliches Termingeschäft in seiner Grundform geht hervor aus einer wechselseitig bindenden, völlig frei getroffenen, rechtsgültigen Übereinkunft zweier Vertragsteile: zwischen einem "Käufer" (er hat gewöhnlich die Long-Position inne) und einem "Verkäufer"* (Short), die zum Inhalt hat, ein in seinen Qualitätsmerkmalen und Eigenschaften genau definiertes Wirtschaftsgut, das den Gegenstand des Termingeschäftes, d.i. sein "Underlying" bildet, in einer ausbedungenen Menge bezw. im Geldeswert eines bestimmten Finanzinstruments, auf einen festgesetzten zukünftigen Zeitpunkt oder auf eine fest bestimmte künftige Frist (den "Termin") zum "Terminpreis", also gemäß dem bei Geschäftsabschluss stipulierten fixen Austauschverhältnis zu vertauschen. Alle wesentlichen Gestaltungspunkte eines Termingeschäfts werden entweder in den voraufgehenden Vertragsunterhandlungen (nach den Punktationen) frei beschlossen oder sind bereits – bis auf den Preis – nach Maßgabe eines fertig vorliegenden Standardvertrags niedergeschrieben. Die nach einem Standardmuster letztgenannter Prägung in fungible Gestalt gebrachten Termingeschäfte lassen sich leicht an Terminbörsen umsetzen und werden demgemäß als Börsentermingeschäfte benannt ("exchange traded derivatives", "listed derivatives").

[* Der Kaufbegriff will im vorliegenden Kontext bloß als gefällige Ausdrucksform verstanden sein, die alleinig die im Termingeschäft eingenommene Position eines Teils an demselben kenntlich machen soll.]

Löst man den Begriff des Termingeschäfts aus seiner ursprünglich indifferenten Einkleidung und betrachtet ihn rein zweckbezogen, so spricht man in allgemeiner Weise von Derivativen Instrumenten oder auch Derivativgeschäften (von lat. "derivare" = ableiten). Sämtliche Formen von Derivativgeschäften, die uns im Wirtschaftsleben überhaupt begegnen, sind nichts als das Ergebnis alternativer Vertragsgestaltungen, projiziert auf die Zukunft, in der ihr Zweck sich vollendet. Sie alle zeichnen sich unter ökonomisch-technischem Blickwinkel erkennbar durch eine ungemeine Vielseitigkeit aus, als sie je nach bevorzugter Nutzanwendung in qualifizierte Abhängigkeit zu allerlei anderweitigen Rechtsgeschäften und Fremdereignissen gesetzt und in einer vervollkommneten Gestalt zweckgerecht zum Einsatz gebracht werden können. Durch einen sach- und fachgerechten Nutzgebrauch von Derivativen Finanzinstrumenten* erweitert sich das Entscheidungsfeld des Disponierenden um eine Vielheit von Handlungsalternativen, grundlegende ebenso wie bedarfsgerecht zusammengemischte. Der besondere individualwirtschaftliche Vorzug der derivativen Finanzinstrumente liegt sonach auf der Hand: Vermöge ihrer ausgedehnten Variationsbreite lassen sich diese allesamt bis ins Kleinste ausrichten auf die persönliche Markterwartung ihres Anwenders nicht minder als auf seine psychische Disposition. Letzte umfasst insbesondere die innere Einstellung gegenüber wirtschaftlichen Unsicherheiten, d.i. die dem Disponierenden eigene Risikoneigung. Eine ganze Reihe von derivaten Instrumenten ist überdies im Wirtschaftsverkehr übertragbar. Manchen davon, so nämlich den Futures und den börsennotierten Optionen, ist Handelbarkeit wahrlich auf den Leib geschrieben. Handelbare Termingeschäfte in Gestalt von Derivativen Finanzmarktinstrumenten treten auf den Finanzmärkten zu einheitlichen, bekannten Bedingungen vorzugsweise in den Dienst von Preissicherungs- (Hedging-), Arbitrage- und Spekulationszwecken (Trading).

[* Anmerkung: Das Instrumentelle ist demnach nicht etwa eine dem Termingeschäft besonders anhaftende, "inhärente Eigenschaft", sondern immer in Beziehung auf die Person zu verstehen, die es sich für ihre Zwecke zunutze zu machen weiß.]

Wegen der Vielzahl an Arten von Finanzderivaten und wegen ihrer teils eigentümlich komplizierten Natur sind wiederholt Zweifel laut geworden, ob sie sich in ihrer gesamten Angebotsfülle überhaupt allein nach abstrakten Kriterien kennzeichnen lassen oder ob man es nicht vielmehr mit gesonderten Instrumenten zu tun habe, die das Finanzleben und die akademische Literatur unter der Aufschrift der derivativen Finanzinstrumente zu identifizieren gewohnt ist. Nach weithin anerkanntem Begriffsverständnis lassen sich Finanzderivate wohl definieren als Termingeschäfte, mitunter bloße Wetten, welche die Eigenschaft teilen, dass sie ihren Preis, Wert und ihre Zahlungsstruktur nach bekannten Grundsätzen in eindeutig nachvollziehbarer (positiver) Weise herleiten von einer oder einer gewissen Vielheit von originären Variablen ("Derivativgeschäft", "contingent claims").*

[* Anmerkung: Ließe man in der Deutung oben das Satzglied "in eindeutig nachvollziehbarer (positiver) Weise" außen vor, so erweiterte sich der Kreis der Finanzderivate nicht unbeträchtlich. Dieser schlösse dann selbst Aktien ein, deren Wert in gewisser Weise, neben anderen Bestimmungsgrößen, nicht zuletzt auch vom Betriebsergebnis der betreffenden Aktiengesellschaft abhinge.]

Die folgende Auflistung der ihrer Bedeutung wegen hervorstechendsten unter allen Derivaten mag eine Ahnung geben von der Vielfältigkeit und Ausgedehntheit der Erscheinungsformen derivativer Finanzinstrumente ("core derivatives"). Im Gattungsbegriff Finanzderivate eingeschlossen sind hiernach einesteils alle Vertragsformen, verkörpert durch "unbedingte" (fixe) Termingeschäfte (Fest(termin)geschäfte, "Termindirektgeschäfte", "unconditional forward transaction"; allgem.: Zeitgeschäfte), als deren Hauptrepräsentanten die Futures (= Terminkontraktgeschäfte), Forwards und speziell FRAs (Termingeschäfte i. e. S.), ferner die auf Einhaltung eines Erfüllungsversprechens zurechtgemachten Kreditderivate wie auch bestimmte Arten von Swaps mit Inbegriff der "credit default swaps" CDS zu nennen sind, andernteils ziehen sie eine recht artenreiche Menge verschiedener Erscheinungs- wie auch Mischformen ("umstrukturierte Finanzprodukte"), verkörpert durch "bedingte" Termingeschäfte ("conditional forward transaction") in den Kreis der Betrachtung, wie es vornehmlich Optionen, Optionen auf Optionen ("compounded options"), optionsähnliche Derivate, so etwa Zinsbindungsabsprachen (Zinsbegrenzungsverträge) in der Aufmachung von Caps, Floors, Collars, Swap Optionen (Swaptions) u.dgl.m. einschließlich Optionsscheine sind, als ansonsten noch die bei uns jüngst in die Mode gekommene Beimischung: die reiche Zahl an Zertifikaten und Hebelprodukten (verbriefte Derivate), und als bloße Wetten endlich auch sog. "contracts for difference" CFDs, die allerdings nicht unter die Termingeschäfte fallen. Die Zufuhr an neuen Erkenntnissen auf dem Gebiete der finanzwirtschaftlichen Forschung (die emsig betrieben wird nicht zuletzt in der Absicht, bestimmte obrigkeitliche Regulierungen zu umgehen, um solcherart ein zusätzliches Gewinnpotenzial abzuschöpfen; "regulatory management", "regulatory arbitrage") sowie die reißenden Fortschritte im Bereich des technischen Nachrichtenwesens (Informationstechnologie IT) werden das Vielerlei der Gestaltungsmöglichkeiten derivativer Finanzinstrumente in nächster Zukunft noch weiter verbreitern. Der Schlussstein ist mit vorstehender Auflistung also noch keineswegs gesetzt!

Ein durchgängiges Charakteristikum der derivativen Instrumente ist nach der vorstehenden Formaldefinition das Zurückleiten auf ursprüngliche Werte, von denen diese sich herschreiben und ohne deren Dasein sie undenkbar wären ("contingent claim"). So trifft es sich, dass Kurse und Werte von derivativen Finanzinstrumenten sich regelmäßig ausrichten an den bekannten Preisen, Kursen und Maßen (allgem. "Zustände") der ihnen zugrunde liegenden und im Termin- oder Spotmarkt längst gehandelten (originären) oder sonstwo abgenommenen Werte – den sogenannten Basisinstrumenten ("underlying", "underlier"). Die präsenten Werte lassen sich geradewegs ummünzen in einen Zahlungsanspruch an die Gegenpartei des Derivativ-Kontrakts. Erst dieser Umstand gibt die Möglichkeit, ihnen eine mathematische Zahlungsfunktion ("payoff function") eindeutig und mit zweifelloser Genauigkeit zuzurechnen, die in Abhängigkeit vom Wertestand ihres Basisobjekts ihren jeweilig realisierbaren Geldwert zum Ausdruck bringt. Die Basisinstrumente selbst, auf die sie abstellen und auf die ihr Wert sich letztlich stützt, können an sich von unterschiedlichster Natur sein: Eine große Varietät von Waren und Rohstoffen gehört ebenso wohl hierher wie eine reiche Zahl an Finanzprodukten sowie sonstige Variablen von wirtschaftlichem Interesse. In den Kreis jener Werte fallen somit namentlich Devisen, Wertpapiere, Referenzzinssätze, Indices als auch Lieferungsware, wie land- und forstwirtschaftliche Rohprodukte, Brenn- und Treibstoffe als auch Industrie- und Edelmetall ("commodities"). Kurse und Werte von Finanzderivaten können gleichfalls abhängig sein von anderweitigen äußeren Bestimmgrößen, wie etwa von klimatischen, geologischen oder sonstigen physikalischen Variablen bis hin zu Eintritt und Größenordnung von bestimmten äußeren Ereignissen dies und jenseits menschlicher Einwirkung (beispielsweise Kreditausfälle, große Unglücksfälle, und andres mehr). Voraussetzungsgemäß müssen alle originären Wertegrößen hierbei lückenlos, zumal bei fortgesetzt handelbaren Derivaten, resp. spätesten mit Eintritt der Fälligkeit unzweifelhaft verifizierbar sein. Den unmittelbaren Verkehrsgegenstand von Finanzderivaten bilden trotzdem nicht etwa jene einzelnen unterstehenden physischen Gesamtheiten von Terminwaren oder die in Urkunden verbrieften Rechte als solche, sondern vielmehr (verbriefte oder unverbriefte) gegenseitige Verträge über künftig zu erfüllende Tauschgeschäfte (Verfügungsrechte) in denselben. Eine bezeichnende Eigenheit, die eine ganze Reihe von Termingeschäften an sich trägt, findet sich überdies in dem sogenannten Hebeleffekt. Letzterer hat zum Erfolg, dass schon mäßige Wertänderungen bei der untergeschobenen Variablen genügen, um überverhältnismäßige Wertänderungen bei der bezüglichen Terminposition auszulösen.

Termingeschäfte werden an einer ordentlichen Stätte, dem Terminmarkt, nach festgesetzten Regeln angebahnt, abgeschlossen, gehandelt und final abgewickelt. Der Terminmarkt ist in die Zukunftsmärkte fest eingebettet und als solcher Teil des Finanzmarktes selbst. Die auf jedem seiner Teilmärkte hervorgebrachten Terminpreise geben als Handelsresultante gleichsam für jeden Zeitpunkt ihrer Feststellung das zahlenmäßige Abbild des dortigen Handelsgeschehens ab. Bei jedem Abschluss adjustiert sich ihre Höhe, wie bei den sonstigen Kaufgeschäften auch, einerseits nach den höchstpersönlichen Vorstellungen der Käufer von ihrer Preisobergrenze und andererseits nach den der Verkäufer von ihrer Preisuntergrenze für das in Rede stehende Bezugsgut, gewendet indes auf den hinausgeschobenen Erfüllungszeitpunkt des Termingeschäfts. Es wäre also irrig, anzunehmen, im Zuge des Abschlusses eines Termingeschäfts werde noch kein Preis fixiert. Vielmehr sind, wie oben geschildert, im Zeitpunkt des Vertragsschlusses beide Vertragsparteien einig sowohl über den Preis (Abrechnungspreis, Vertragspreis, "delivery price") als auch über die übrigen Merkmale des unterliegenden Handelsgegenstandes, während der tatsächliche Vollzug des Leistungsaustausches erst nach Ablauf einer vertraglich vereinbarten Frist an einem (über technisch-organisatorische Erfordernisse hinausgehenden, i.d.R. nach mehr als zwei Tagen) deutlich späteren Termin bzw. innerhalb eines späteren Zeitraums in der zukünftigen Gegenwart beabsichtigt ist, u. zw. unbeschadet des dann geltenden Tagespreises.

Die Terminmärkte sind Teil des gesamten Zukunftsmarktes. Als solche ergänzen sie die bestehenden Spot- und Kassamärkte und fördern einander wechselseitig. Termingeschäfte und die Terminmärkte, auf denen sie abgeschlossen werden, führen ein beständiges Dasein, weil wirtschaftliche Unsicherheiten im Wirtschaftsleben unvermeidbar sind und weil Menschen auch bei gleichem öffentlich zugänglichem Wissen unterschiedliche Erwartungen bilden. Jede einzelne der vielfältigen Erscheinungsformen von Termingeschäften ist dem Grundgedanken nach dazu berufen, Unsicherheiten bei Einkommen und Vermögen zwischen den unterschiedlichen Gruppen von Handelsteilnehmern zu verlagern, Preisungleichgewichte zwischen Märkten auszunützen und zu nivellieren, oder diese in eine spekulative Verwendung einzuweisen. Werden zu den eben erwähnten Verwendungszwecken Verträge in musterhafter Form fortlaufend für eine vordefinierte Auswahl an Marktgegenständen unter einem genau festgelegten Handlungs- und Regelsystem abgeschlossen, so spricht man von dem Institut einer Terminbörse.

 

 

zurück

"Quidquid alicui addicitur, alibi detrahitur." (Was irgendwo hinzugefügt wird, wird woanders weggenommen.)
Francis Bacon (1561 - 1626), engl Philosoph

 

Futures Optionen Hedging Märkte Themen Rat und Tipps Bücher Glossar Links

 

 

 

 

Diagramm

Home Inhalt Feedback Impressum Suchen Content

 

Ihre E-Mail mit Fragen, Anregungen, Kommentaren oder Verbesserungsvorschlägen zu dieser Webseite an: info-d1@deifin.de 
Vervielfältigung nur mit Genehmigung des Verfassers. Bitte beachten Sie auch den Disclaimer und Urheberrechtshinweis
© 2003
2016 Bert H. Deiters
 Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernehme ich keine Gewähr.
Fehler berichtigen.
Stand: 22. November 2016. Alle Rechte vorbehalten.