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  Orderarten an den Terminbörsen

 

Um unter allen nur denkbaren Marktverhältnissen mit dem angemessenen Order-Instrumentarium mit sicherem Griff zur Hand zu sein, ist es unverzichtbar, sich zunächst über die verschiedenen börslichen Auftragsformen (Orderarten), ihre wesensgemäßen Voraussetzungen, Begleitumstände, Anwendungsmöglichkeiten und Arbeitsweisen gründlich und umfassend zu unterrichten. Die folgenden Seiten bieten eine Gesamtdarstellung der an den Welt-Terminbörsen gängigen Orderarten zusammen mit leicht verständlichen Beispielen, an denen ihr zweckmäßiger, möglichst wirkungsvoller Einsatz alltagstauglich erläutert wird.

Der Transaktionswunsch an der Terminbörse wird durch Erteilung einer Order (Handelsauftrag; Oberbegriff: Gebot) dem beauftragten Finanzinstitut (Bank, Broker) verbindlich zur Kenntnis gebracht ("order placement"). Durch sachgerechten Gebrauch einer Order konkretisiert der Händler seine Handelsabsicht Letzterem gegenüber und setzt damit die Verwirklichung seines Terminmarkt-Engagements geradewegs ins Werk. Individuelle Orders werden in aller Regel formuliert auf der Grundlage von qualifizierten Informationen wie auch perspektivischen Erwartungen im Hinblick auf das für den Handlungszeitraum bedeutsame Marktgeschehen. Jede Orderart erfüllt hierbei einen anderen Zweck und verlangt deshalb unterschiedliche Angaben. Grundsätzlich ist bei der Ordererteilung zu beachten, dass nicht immer der ganze Inbegriff der an sich ausführbaren – und im Folgenden noch vorzustellenden – Orderarten tatsächlich von jeder Terminbörse wunschgemäß und vorbehaltlos entgegengenommen wird. Welche Orderarten in einem gegebenen Einzelfall möglich und zulässig sind, ist abhängig von den jeweilig in Geltung stehenden Börsenregeln und Platzusancen, die wieder von Zeit zu Zeit Änderungen erfahren können. Und selbst wenn die börsenseitige Zulässigkeit zweifelsfrei gewährleistet ist, empfiehlt es sich in hohem Maße, vor Aufnahme der Handelstätigkeit zuerst in Erfahrung zu bringen, welche der Orderarten im Einzelnen das beauftragte Kommissionshandelshaus anzunehmen bereit ist. Klarheit über die Liste der möglichen und zulässigen Orderarten sollte allemal dann bestehen, wenn sogenannte "Direktbanken" oder "Discount-Broker" mit der Ausrichtung von Börsentermingeschäften betraut werden.

 

  •    Zur Ordererteilung bei Terminkontraktgeschäften (FUTURES):

 

 

 

 

  DAB bank - Traders´ Home

Börsentermingeschäfte werden auftragsweise durchgeführt. Für jedes Geschäft, einmal beschlossen, ist zunächst der passende Handelsauftrag (Order) aufzustellen und an das beauftragte Kommissionshandelshaus (Bank, Broker) zu übermitteln. Eines der Hauptanliegen jedes Brokerhauses ist es, dem auf eigenen Entschluss handelnden Kunden die Orderabwicklung in der verlangten Weise so einfach und so bequem wie möglich zu gestalten. Alles, was der Broker zur Erledigung einer ihm vom Auftraggeber (Kommittent) zugetragenen Order bedarf, ist die eindeutige und unmissverständliche Aufstellung der notwendigen Orderspezifikationen. Nicht nur bei der schriftlichen, sondern auch bei der mündlichen Ordererteilung für Terminkontraktgeschäfte (Futures) hat sich die Benennung der gebilligten Orderbestandteile, die eine vollständige Order überhaupt erst ausmachen, in einer ganz bestimmten Reihenfolge und Terminologie als zweckmäßig erwiesen:

1.) Ganz an der Spitze ist anzuführen, ob eine Kauforder ("buy order") oder eine Verkauforder ("sell order") in Auftrag gegeben werden soll. Dreht es sich um ein Kundengeschäfts, so sollte dem die Angabe voraufgehen, ob mit dem betreffenden Auftragskauf bzw. -verkauf auf dem angesprochenen Kundenkonto ein Posten neu zu begründen beabsichtigt ist ("opening", "Zum Öffnen") oder ob mit ihm ein bereits bestehender, offener Posten nunmehr wieder geschlossen werden soll ("closing" (C), "Zum Glattstellen").

2.) Es folgt die Nennung der Mengenangabe, d.i. die Zahl der zu ordernden Terminkontrakte (das "Auftragsvolumen").

3.) Darauf folgt der Kontraktmonat und der Marktgegenstand. Der Kontraktmonat (inkl. der Jahresbenennung; diese Angabe ist besonders dann hervorragend wichtig, wenn ferne Terminmonate geordert werden sollen, die über die Jahresfrist hinausreichen) wird aus Traditionsgründen immer vor dem Marktgegenstand ("underlying") angeführt (Ausnahmen davon bestehen indes bei Verwendung von Tickersymbolen in Schriftform). Wird der Marktgegenstand an mehreren Handelsplätzen gleichzeitig notiert, so ist es empfehlenswert, zusätzlich den Ausführungsplatz, d.i. die jeweilige Terminbörse zu benennen, an der der Handel stattfinden soll (z.B. " ... September-Silver COMEX ..."). Bei Orders für Aktien-Futures (SSFs) muss der Ausführungsplatz immer genannt werden ("routing").

4.) Daran schließen sich spezielle Anweisungen und besondere Ausführungsklauseln an, die den Order-Typ bzw. das Handelsvolumen kenntlich macht, also spezifische Orderattribute, wie z.B. "at the market", "fill or kill", preisliche Limits, oder sonstige spezielle Anweisungen des Auftrags ("order qualifiers"; s.u.). Es ist aber nicht zwingend, für die hierbei benannten Preislimits auch ihre jeweilige Einheit (Währung, Punkte etc.) mit zu formulieren, da sich diese stets selbserklärend auf die Standardeinheit (wie z.B. US-$, US-¢, Indexpunkte, lbs usw.) bezieht.

5.) Den Schluss bildet die Gültigkeitsdauer der Order in Verbindung mit der Kontonummer bzw. der Kundenreferenznummer. Diese Angaben können jedoch auch ganz an den Anfang treten (bei telefonischer Ordererteilung sollten Sie in diesem Fall, bevor Sie hiernach fortfahren, kurz abwarten, bis der Broker Sie als Kunde zu identifizieren vermochte). Unterbleibt die Bestimmung zur Gültigkeitsdauer, so geht der Broker schlechterdings davon aus, dass es sich bei der betreffenden Order um eine Tages-Order ("good-for-day-order") handeln soll. – Der Broker selbst wird schließlich bei der Eingabe zur Weiterleitung noch angeben, ob es sich bei der nämlichen Order um einen Eigen- oder Kundenauftrag handelt.

Da sämtliche der aufgeführten Punkte dem Grundgedanken nach variieren können, erhält der Auftraggeber demgemäß eine breite Sammlung von möglichen Orderarten. Es folgen hierzu einige erläuternde Beispiele:

"This is account number 12345678 ... on an Open/Day-Order, please Buy 1 December17 Coffee at (¢) 185", – "Zum Öffnen verkaufe 3 März-DAX®, Market", – "Closing Buy 4 September17-Silver COMEX at 1825, GTC"*, "Zum Glattstellen verkaufe 2 Juni-Euro-Bund, 113, Stopp. Die Kontonummer ist ...". – Es sei nochmals darauf hingewiesen, dass angeschlossene Finanzinstitute bei jeder Ordereingabe notwendig mit anzugeben haben, ob es sich bei der betreffenden Order um eine Eigen- oder Kundenorder dreht.

[* Hinweis: In elektronischen Handelssystemen werden Transaktionen zum Schließen offener Positionen ("Glattstellungsgeschäfte") zumeist abgekürzt mit dem Buchstaben "C" geschrieben.]

Bei Getreide und Sojabohnen ist der Besonderheit Rechnung zu tragen, dass die zu ordernde Menge (das Ordervolumen) nicht, wie üblich, in der Zahl der Kontrakte, sondern herkömmlich in "tausend Bushels" anzugeben ist. Bei einer Order mit dem Wortlaut "Buy 5 September Oats" handelt es sich demnach nicht um einen Auftrag auf den Kauf von 5 Kontrakten, sondern auf 5000 "bushels" Hafer ( = 1 Kontrakt).

Grundsätzlich ist die Abfassung und Erteilung von kommissionsweisen Aufträgen zur Durchführung von Termingeschäften in jeder für den Auftragnehmer verstehbaren Form zulässig und vollgültig – falls nicht ohnedies durch Verwendung von Order-Software eindeutig vorgegeben. Zugleich macht eine verständliche Erklärung und Übermittlung von notwendigen Orderangaben die betreffende Order mit ihrer Annahme durch den Broker ("Futures Commission Merchant" FCM) im Regelfall verbindlich. Ihr Broker wird demzufolge jede klar und eindeutig formulierte Order in Empfang nehmen, genehmigen ("order taking") und sie bestimmungsgemäß vollwirksam zur Ausführung bringen. Er wird sich streng an den Wortlaut Ihrer Anweisungen halten und bei der Besorgung des Auftrags die pflichtgemäße Sorgfalt eines ordentlichen Kaufmanns darauf wenden ("best execution"). Zur Vermeidung unliebsamer Missverständnisse wird der fachmännisch geschulte Kundenbetreuer fernmündlich vorgetragene Orders ("account executive") noch einmal wiederholen, wodurch Sie die Gelegenheit erhalten, unzutreffende Angaben erforderlichenfalls sogleich zu berichtigen. Ein aufmerksames Zuhören lohnt sich an dieser Stelle allemal, da Fehler, die sich aufgrund von Verständigungsschwierigkeiten bei der Abfassung von Orders zugetragen haben, notorisch dem Kunden angelastet werden. Zweifelsfragen zu Ordertypen verwickelterer Art, deren Wirkungsweise Ihnen dunkel bleibt oder deren Sie nicht ganz sicher sind, sollten Sie im Hinblick auf Ihre Handelsabsicht zweckmäßigerweise vorher mit einem der zuvorkommenden Kundenbetreuer des Hauses in einem Beratungsgespräch zu klären suchen oder sich hierüber des Rates eines Fachmannes bedienen ("assisted trade").

Erfahrungsgemäß kann es im Gedränge des Tagesgeschäfts gerade bei der mündlichen Ordererteilung sehr leicht zu allerhand Missdeutungen, Irrungen und Meinungsverschiedenheiten ("errors") kommen. Diese rächen sich nicht selten am Geldbeutel des Kunden. Darum ist es umso nachdrücklicher anzuempfehlen, mit Rücksicht auf unstrittige Abschlüsse die obige Anleitung aufs strengste zu befolgen und nicht ohne Not davon abzuweichen. Darüber hinaus erscheint es ratsam, vor einer erstmaligen Orderabwicklung, die "online", also in der Hauptsache ausgehend von der Handelsplattform eines Online-Brokers über das Internet vorzunehmen ist, statt mit einem ersten Auftrag frischweg ans Handeln zu schreiten, sich vorher gründlich in die Bedienung und Technik des Ordermoduls des verwendeten Handelsterminals ("front-end trading application") einzuarbeiten. Bei den voraufgehenden Überlegungen darüber, welche der hundertfach verschiedenen auf dem Markt verfügbaren Softwarelösungen an Ordermodulen für den Derivatehändler vorzugsweise zum Einsatz kommen sollte, ist neben anderen Merkmalen, wie Schnelligkeit des Datenflusses, Dienstleistungen und Preiswürdigkeit, die Zahl der verfügbaren Orderarten durchaus ein Kriterium von Belang. Trading-Software ist zu erhalten von dem kontoführenden Brokerhaus, von spezialisierten Softwareanbietern als auch von den Terminbörsen selbst.

Termingeschäfte – deren Auftragsabwicklung mit einbezogen – sind bekanntlich schnelllebige Geschäfte, denen langatmige Namen unbequem sind. Zu ihrer Beschleunigung werden deshalb häufig ganz besondere Fachbegriffe, Kürzungsformeln (Akronyme) und Symbole verwendet, die stellvertretend für die wichtigsten Bestandteile einer Order stehen (bspw. Market, MIT, Stopp oder GTC). Die nachfolgenden Seiten sollen dazu dienen, die fachgemäße Ausdrucksweise, ihre Begriffe und die bei der Auftragserteilung im Börsenterminhandel vorkommenden Usancen anschaulich zu machen. Da es sich bei allen diesen Ausdrucksmitteln um im Marktverkehr allgemein gebräuchliche, stehende Formeln mit eindeutiger Entsprechung handelt, wird vorausgesetzt, dass sie dem Verständnis des Händlers, der sich ihrer bedient, vertraut sind, und diesem bei unsachgerechter Verwendung derselben durch an ihn gerichtete Ersatzansprüche Abtrag geschehen kann.

 

Weitere allgemeine Erläuterungen zu den börslichen Orderarten:

Trotz der Fülle an Orderarten, die auf den Terminmärkten tagtäglich anzutreffend sind, und trotz der Vielzahl an ausdrücklichen Anweisungen und bezeichnenden Orderzusätzen, auf die ein Händler bei der Auftragserteilung in summa zurückgreifen kann, wird ihm für deren Gebrauch in aller Regel nichts zusätzlich berechnet. Die eigenen Gebührenmodelle der beanspruchten Kommissionshäuser unterscheiden bei der Berechnung der Orderkosten nämlich für gewöhnlich nicht nach bestimmten Ordertypen mit ihren zahlreichen einschränkenden oder konkretisierenden Orderzusätzen ("order qualifier"). Sehr wohl aber werden die Orderprovisionen (Brokergebühren, "brokerage fees", "commissions") von Haus zu Haus verschieden hoch angeschlagen, die für alle zu erledigende Orders gesondert zu rechnen sind. Außerdem können Brokergebühren mitunter durchaus auch in Bezug auf ihre Berechnungsgrundlage einander unähnlich sein. So können sich bei Termingeschäften die Brokerspesen entweder wenden auf einen separaten Kauf- bzw. einen separaten Verkauf (Öffnung einer Position, "half turn") oder aber auf beide Seiten, d.i. auf Kauf und Verkauf eines Terminkontrakts zusammengenommen ("round turn", "turnaround", "round-trip"). Im Gegensatz zu Optionsgeschäften, deren Brokergebühren fast immer einzeln abgerechnet werden, wird der Broker bei Geschäften mit Futures sich die dafür fälligen Kommissionen normalerweise auf "round turn"-Basis berechnen. Zudem fallen verschiedentlich Mindest- bzw. Pauschalgebühren für kleinere Orderbeträge an. Darüber hinaus werden bei einigen Brokerhäusern Teilausführungen ("partial execution", "partial fill") nicht selten jeweils gesondert berechnet. Im Falle einer Teilausführung lässt sich eine gegebene Order größeren Umfangs (resp. die zu einer gestellten Quotation gehörige Transaktionsgröße) aufgrund der aktuellen Marktlage – insbesondere bei geringem Transaktionsvolumen und mangelnder Marktliquidität – nicht in einem einzigen Abschlusse in ihrem vorgesehenen Gesamtumfang, sondern nur in teil- bzw. stufenweiser Aufeinanderfolge ausführen, wobei im letzteren Fall verschiedene Ausführungskurse für die betreffende Order nicht auszuschließen sind.

Selbstverständlich gilt von Futures-Geschäften immer und uneingeschränkt: Haben Sie gekauft, so müssen Sie eine Verkaufs-Order erteilen, um Ihre Position glattzustellen; haben Sie verkauft, so müssen Sie eine Kauf-Order erteilen, um Ihre Position wieder einzudecken. Die zweite Order (Gegenorder) realisiert also den "Trade", den die erste Order eingeleitet hat. Wer sich hier nicht durchzuhelfen weiß oder zweifelhaft wird, möge, um Näheres zu erfahren, meine Ausführungen auf der Seite über die Glattstellung von Futures-Geschäften zu Rate ziehen.

Der in den letzten Jahren geradezu atemberaubende Fortschritt auf dem Gebiet der Informationstechnik hat naturgemäß auch vor den Kommunikationsmitteln im Börsenwesen nicht Halt gemacht. Durch die Vernetzung von Computeranlagen mittels modernster Netzwerktechnik haben sich die Transaktionszeiten im Handelsverkehr drastisch verkürzt. So liegt zwischen dem Zeitpunkt der Ordereinspeisung in das System (Datenübertragung "online", vollelektronische Bildschirmhandelssysteme etc.) und deren Sichtbarkeit am Markt ("lantency") heutzutage eine Zeitspanne von wenigen Millisekunden. Ein entsprechendes gilt von der Ausführungsgeschwindigkeit der Orders selbst. Auch hier liegen die Operationszeiten, je nach Güte des verwendeten Handelssystems und der jeweiligen Handelsplattform, im einstelligen Millisekundenbereich. Da Börsengeschäfte grundsätzlich Zeit beanspruchende Geschäfte sind, ist Raschheit in diesem Stück offenbar Trumpf: Je weniger Zeit der Orderfluss und damit die Handelsausführung selbst erfordert, desto effizienter und flexibler lässt sich disponieren – ein Umstand, dem insbesondere für das Daytrading eine vordringliche Bedeutung zuteil wird und dessen dauernde Gewährleistung für den Erhalt fairer Preise unerlässlich ist. Lassen Sie sich also vor einem ersten Engagement in den Terminmärkten unbedingt von Ihrem Brokerhaus darüber aufklären, wie lange es von der Einspeisung einer Order ins Handelssystem, weiter über die Orderausführung (das "Order-Routing") bis hin zur abschließenden Bestätigung der Ausführung braucht.* Im Allgemeinen verstreicht von der Ordereingabe und deren Vollzug bei prompter Orderausführung ("trade matching") bis hin zur Geschäftsbestätigung nur eine äußerst kurze Spanne Zeit.

[* Anmerkung: Die elektronischen Börsenplattformen der neuesten Zeit selbst reagieren auf Ordereingaben in durchschnittlich weniger als 30 Millisekunden.]

Darüber hinaus empfiehlt es sich, bei jeder Vergabe, Abänderung oder Stornierung einer Order sämtliche Einzelheiten des Vorgangs unter Berücksichtigung des genauen Einreichungszeitpunktes des Auftrages von neuem separat zu erfassen, sodass der Überblick (auch und gerade im Falle eines technischen Malheurs) stets gewahrt bleibt. Bereits getätigte Börsengeschäfte lassen sich so leichter und sicherer nachvollziehen. Ferner ist von Zeit zu Zeit zu prüfen, ob zuvor erteilte, aber noch nicht ausgeführte Orders womöglich zu widerrufen, ihre Limits neu zu setzen oder Stopp-Kurse jetzt noch rechtzeitig zu adjustieren sind. Haben Sie nachträglich Zweifel an der Richtigkeit einer Orderausführung, sollten Sie von Ihrem Broker zunächst die offiziellen Angaben zu "times and sales" erfragen; "times and sales" (= Handelszeiten und -abschlüsse) geben Auskunft darüber, wann genau wie viele Kontrakte zu welchem Kurs an der Terminbörse gehandelt wurden.

Hin und wieder kommt Bewegung in den Markt. Vor allem Präsenzbörsen spüren die Last, wenn sie mit einer Unmenge von Aufträgen überhäuft werden. Währenddessen überschlägt sich der Handel und zieht als Folgeerscheinung einen unsteten, sogenannten "schnellen Markt" ("fast market") nach sich. Futureskurse werden bei sehr lebhaften, sich stark überhäufenden Umsätzen oft nur in Preisintervallen statt in verbürgten Kursen bekannt gegeben. Kurse zwischen den Intervallgrenzen gelten gemeinhin als bestätigt. Bis zur Vergabe einer endgültigen Bestätigung der Ausführung kann es bei hohem Orderaufkommen allerdings zu Zeitverzögerungen kommen. Gemeinhin wird im herrschenden Zustand eines "fast market" für neu eintreffende Orders keinerlei Garantie übernommen ("not held"). Dies betrifft insbesondere sämtliche der sich unmittelbar an den jeweiligen Intervallgrenzen befindlichen Kurse aller mit einem Limit versehenen Aufträge.

Jeder Kunde, der bei einem anständig wirtschaftenden Brokerhaus ein Trading-Konto führt, erhält nach erfolgter Orderausführung ("order execution") unverzüglich eine offizielle Ausführungsbestätigung (Geschäftsbestätigung, Schlussnotiz, Schlussnote; "purchase and sale statement P&S", "order confirmation", "execution confirmation", "execution report", "trade confirmation" oder kurz: "a fill") in geschriebener, fernmündlicher oder elektronischer Form, aus der die wesentlichen Einzelheiten jener Handelstransaktion klar ersichtlich hervorgehen. Dazu zählen vor allem die Menge der gehandelten Kontrakte, der Kurs, die Handelszeit und der Handelsort, die Roh- und Reinerträge sowie die Spesen. Nach Erhalt der Bestätigung sollte der Auftragsabgeber sämtliche der darauf aufgeführten Angaben sofort auf Nichtübereinstimmung prüfen und diese nötigenfalls beanstanden.

Steht die Ausführungsanzeige für eine abschließend vermittelte Order bereits eine Zeitlang aus, obwohl Sie sich ihrer Ausführung gewiss sind, so können und sollten Sie dies reklamieren, indem Sie den Korrespondenten Ihres Brokerhauses um eine Orderausführungsüberprüfung ("order check") ersuchen. Dieser wird daraufhin prüfen, ob die beanstandete Transaktion nunmehr perfekt ist oder nicht. Hat sich indessen während der fraglichen Zeit ein "schneller Markt" ausgebildet, sollte dagegen aus Billigkeitsgründen zumindest vorerst auf eine Orderausführungsüberprüfung verzichtet werden.

Neben dem Recht auf eine obligatorische Ausführungsbestätigung hat der Kunde zudem Anspruch auf eine detaillierte Geschäftsbestätigung sowie eine schriftliche Monatsübersicht im Verein mit den zugehörigen Kontoauszügen, die zusammen erschöpfend Auskunft geben über alle durchgeführten Börsengeschäfte während der bezüglichen Zeitspanne ("detailed monthly statement").

 

 Die verschiedenen Orderarten im Einzelnen:

 

Aufzählung

Preislich unlimitierte Order

Marktorder ("market order")

 

Aufzählung

Preislich limitierte Orders ("price limit orders")

Limitorder ("limit order") und zusätzlich qualifiziert durch eine:

Aufzählung

Spread-Limitorder

Aufzählung

Switch-Limitorder

Aufzählung

OB-Order (Limit-or-Better-Order)

Aufzählung

FOK-Order (Fill-or-Kill-Order)

Aufzählung

IOC-Order (Immediate-or-Cancel-Order)

Aufzählung

CV- oder MV-Order ("complete volume"-Order, "minimum volume"-Order)

Stopp-Order ("stop order")

Stopp-Limitorder ("stop-limit order")

Varianten der Stopp-Order: Trailing Stopp-, SCO-, SLCO- und SWL-Order

MTL-Order (Market-to-Limit-Order)

MIT-Order (Market-if-Touched-Order)

 

Aufzählung

Zeitlich limitierte Orders ("time limit order")

Tages-Order ("day order")

GTC-Order ("good-till-cancelled"-Order)

MOO-Order ("market-on-opening"-Order)

MOC-Order ("market-on-close"-Order)

 

Aufzählung

Kombinierte und sonstige Orderarten

OCO-Order ("one cancels other"-Order)

Basis Order ("contingent order")

AON-Order ("All-or-None"-Order)

Handelsvollmacht ("discretionary order")

CXL-Order ("straight cancel"-Order, Stornierungs-Order)

CFO-Order ("cancel former"-Order)

EFP-Order ("exchange for physical"-Order)

 

Sämtliche oben aufgeführten Orderarten lassen sich grundsätzlich auch bei Optionsgeschäften verwenden.

[Hinweis: Alle hier und im Folgenden erörterten Orderarten beziehen sich schwerpunktmäßig auf den ordergeleiteten kontinuierlichen Auktionshandel ("order-driven continuous auction market") aus der Perspektive des Auftraggebers (Kommittenten) zu seinem Kommissionshandelshaus (Börsenaußengeschäft).]

 

 

Wie oben bereits bemerkt, wird nicht ausnahmslos jedes Brokerhaus so entgegenkommend sein, die ganze Masse der erdenklichen Orderarten aller Börsenplätze anstandslos in Auftrag zu nehmen. Gleichwohl werden solche an sich "unqualifizierte" Orders von manchen Handelshäusern entgegengenommen in der Absicht, dem Auftragsabgeber ganz im Sinne der Kundenzufriedenheit mit der Annahme jeder nur irgend gewünschten Orderart einen Gefallen zu erweisen und hierdurch seinem Verlangen nach Vollständigkeit der verfügbaren Auftragsarten Genüge tun. Im Zuge des elektronischen Direkthandels "online" ("electronic brokarage service") werden Orders dieser Art erforderlichenfalls von dem Order-Modul der softwaregestützen Trading-Plattform simuliert ("synthetic order"). Alle diese Orders erhalten daraufhin üblicherweise den Zusatz "not held", wodurch dem Broker sein Interesse zu wahren die Gelegenheit gegeben wird. Indessen wird dem Auftraggeber andererseits grundsätzlich jeder Anspruch bzw. jede Gewähr auf Ausführung seiner Order von vornherein versagt. Doch auch der entgegengesetzte Fall ist denkbar: Aufgrund der Formenvielfalt so mancher Order und des mit der Prüfung verbundenen Kosten- und Zeitaufwands wird eine solche erst gar nicht angenommen, obzwar sie an der betreffenden Terminbörse durchaus zulässig wäre.

Welche Ordertypen im einzelnen Falle statthaft sind, hängt ab von den jeweils gültigen Haus- bzw. Börsenregeln, die sich jedoch hin und wieder ändern können. Eine Überschau über den Stand zulässiger Orderarten erhalten Sie selbstverständlich zu jeder Zeit auf den Seiten der Internetpräsenz der betreffenden Terminbörsen.

Im Allgemeinen werden Markt-, Limit-, Stopp-, FOK-, MOO- und MOC-Orders von allen Terminbörsen (mit gewissen Restriktionen indes GLOBEX® und Eurex) und zugleich für alle Arten von Terminkontrakten anerkannt. So gibt es Terminbörsen, die alle hier und im Folgenden skizzierten Auftragsformen rundweg anerkennen, andere wiederum nehmen außer den soeben genannten die übrigen Orderarten zwar entgegen, machen zum Teil jedoch Einschränkungen im Hinblick auf bestimmte Terminmärkte, wie es z.B. am Getreidemarkt ("grain") Sitte ist, oder sie verneinen jeden Anspruch auf Ausführung von Orders schon im Voraus.

Sofern nicht ganz handfeste Börsen- oder Geschäftsregeln entgegenstehen, können unter bestimmten Bedingungen Termin- und Optionsgeschäfte auch jenseits des Börsenparketts abgeschlossen werden. In diesem Falle spricht man bei entsprechenden Handelsaufträgen von "off-floor orders". Hierzu zählen auch die individuell ausgehandelten, sehr umfangreichen Orders (sog. "block orders"*, die aber auch ebenso gut auf dem Parkett abgewickelt werden können), die von berufenen Market-Makern oder von anderen regulierten Institutionen übernommen und abgewickelt werden. Der Vorteil außerbörslich zustande kommender Abschlüsse besteht vor allem in der Einsparung von Börsengebühren.

[* Block Trades sind an zahlreichen Börsenplätzen möglich für Futures, Futures-Optionen sowie am CBOT der CME Group auch für Swap Trades.]

Anmerkungen zu den Orderarten:

 

1.) Futures-Kontrakte werden nach glatten runden Zahlen gehandelt. Die kleinste handelbare Einheit (Mindestschluss, Mindestordergröße, Minimalmenge) bei Futures beträgt stets je ein (1) Futures-Kontrakt, z.B. ein April Gold-Futures (COMEX) über standardisierte 100 Feinunzen Gold (bei Aktien an den Kassabörsen dagegen i.d.R. je eine (1) Aktie, z.B. 1 Aktie der XYZ AG). Gebrochene Kontrakt-Zahlen sind damit ausgeschlossen.

2.) An den Terminbörsen findet zur eindeutigen Kennzeichnung der einzelnen Futures-Arten eine spezielle Symbolik Verbreitung ("futures symbology"). Die folgende Tabelle zeigt die Zuordnung des hierbei gebräuchlichen Buchstabencodes zu den verschiedenen Kontrakt-Terminmonaten von Futures auf.

Januar Februar März April Mai Juni Juli August September Oktober November Dezember
F G H J K M N Q U V X Z

Tabelle: Buchstabencode der Termine im Terminkontrakthandel

Ticker-Symbole von Futures setzen sich regelmäßig aus drei Komponenten zusammen: 1.) dem eindeutigen Futures-Kürzel ("root symbol"), 2.) einem der oben berufenen Monatskürzel und 3.) der letzten, oder besser, den letzten beiden Ziffern des jeweiligen Jahres, z.B. für den Dezember 2017 COMEX-Gold-Futures: GCZ17. – Um der Eindeutigkeit willen sollte indes grundsätzlich der vollständigen Niederzuschrift sämtlicher Orderbestandteile der Vorzug eingeräumt werden.

 

Siehe auch:

Orderarten an den Wertpapierbörsen

Zulässige Order-Typen an den US-amerikanischen Terminbörsen

Besonderheiten bei der Ordererteilung für Optionen

 

Alle Angaben ohne Gewähr.

 

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Stand: 14. April 2017. Alle Rechte vorbehalten.