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Zeitlich limitierte Orders ("time limit orders")

Zeitlich limitierte Orders zeichnen sich dadurch aus, dass zusammen mit ihrer Vergabe eine Gültigkeitsklausel benannt wird, für wann beziehungsweise für wie lange diese Order zur Erledigung vorgemerkt werden sollen. Unterlässt der Kommittent dementgegen die förmliche Nennung einer bestimmt gegebenen Zeit für die vorgesehene Ausführung seiner Order, und bestehen mit dem kontoführenden Bank- bzw. Brokerhaus in dieser Frage auch sonst keine anderweitigen Verabredungen, so wird dieses davon ausgehen, dass es sich bei der betreffenden Order um eine Tagesorder ("nur heute gültig", "gültig für heute", GFD, "good-for-day", "day order") handeln soll.*

[* Einige Banken unterscheiden hierbei zwischen Markt- und Limitorder: Wertpapier-Marktorders werden in einem solchen Fall als Tagesorder erfasst, wohingegen Limitorders bis Monatsultimo gültig bleiben ("per ultimo").]

Der Gültigkeitszeitraum bei einer Tagesorder erstreckt sich im Regelfall auf den gesamten Handelszeitraum desjenigen Kalendertages, an dem die Order aufgegeben worden ist. Eine außerhalb der Handelszeiten eingereichte tagesgültige Order gilt gemeinhin für den nächsten Handelstag. Sollte es dem Broker bis zum Ende des bezüglichen Tages nicht gelingen, eine GFD-Order zur Ausführung zu bringen, wird diese automatisch gecancelt.

Besonderheiten sind häufig dann gegeben, wenn Tagesorders für einen Börsenplatz in Aussicht gestellt werden, der "rund um die Uhr" geöffnet hat. Die Handhabung von GFD-Orders ist hierbei im einzelnen Fall vorsorglich beim beauftragten Brokerhaus oder ohne Umweg an der Börse zu erfragen.

 

  •    GTC-Order ("good-till-cancelled order")

Grundsätzlich lässt jede Order sich klassifizieren entweder in eine Tages-Order oder in eine GTC-Order ("good-until-canceled" oder "good-till-canceled order", "open order", übersetzt: "Order bis Widerruf", "Wdf."). Fehlt eine Zeitangabe und lässt der Händler auch nichts Gegenteiliges verlauten, so wird die betreffende Order im Handelsverkehr gemeinhin als Tages-Order gehandhabt. Fügt der Händler bei Ordererteilung indes ausdrücklich den Zusatz "GTC" an, so repräsentiert diese damit eine Order bis auf Widerruf, und sie verbleibt demgemäß erst einmal solange in den Orderbüchern vermerkt, bis es dem Broker endlich gelingt, sie zu den vom Auftraggeber gesetzten Konditionen im Markt zusammenzuführen. Eine GTC-Order kann aber auch – sofern noch unausgeführt – von Letzterem oder unter UMständen auch vom Brokerhaus nahezu jederzeit widerrufen werden.

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Der Umstand, dass GTC-Orders grundsätzlich für einen unbestimmten, unbefristeten Kalenderzeitraum ("auf Dauer") in Geltung stehen, bringt es sporadisch mit sich, dass manch ein Händler nach gewisser Zeit – insbesondere bei persönlich hohem Orderaufkommen und/oder bei vom gegenwärtigem Kursniveau weit entfernt gelegten Limitkursen – eine seiner noch offenen, unerledigten GTC-Orders aus den Augen verliert, mit der denkmöglichen Folge, dass die betreffende Order nunmehr zur Unzeit, und dann womöglich auch noch zu einem für den Auftraggeber höchst unliebsamen Kurs zur Ausführung gelangt. Darum wird jedes anständig wirtschaftende, umsichtige Brokerhaus, das diesen Umstand gut kennt, den Geber des Auftrags von Zeit zu Zeit um Bestätigung seiner GTC-Order ersuchen.

Aber auch die Effektenbörsen ihrerseits belassen GTC-Orders nicht bis "in alle Ewigkeit" in ihren Büchern stehen (i. d. R. haben diese maximal für 6 Monate Bestand: so storniert die NYSE bspw. GTC-Orders jeweils am letzten Geschäftstag im April bzw. im Oktober eines Jahres, Xetra dahingegen nach 90 Kalendertagen, der aktuelle Tag inbegriffen). Sofern GTC-Orders also nicht ab und an vom Kunden eigens fristgerecht bestätigt werden, kann es geschehen, dass diese – je nach Maßgabe des an der Börse zum Einsatz kommenden Marktmodells – nach Verstreichen einiger Wochen oder Monate von ihr automatisch gestrichen werden. Die im Aktienhandel eingesetzten GTC-Orders erlischen im Regelfall überdies auch dann, wenn die betreffende Aktiengesellschaft zu ganz bestimmten Kapitalmaßnahmen (wie etwa Aktiensplits u.dgl.) greift. Endlich erlischt eine GTC-Order in jedem Fall mit erfolgter Ausführung im Markt.

GTC-Orders finden regelmäßig Verwendung in Verbindung mit Limitorders, mit Stopp-Orders oder mit deren zahlreichen Spielarten, niemals jedoch zusammen mit Marktorders.

Zu den Varianten der GTC-Order zählen sämtliche "good-till-date-orders". Diese zeichnen sich dadurch aus, dass sie bei Erreichen einer bestimmten Datumsgrenze allesamt automatisch erlischen, so z.B. die GTW- ("good-this-week") oder die GTM-Order ("good-this-month"). Die Gültigkeit einer GTW-Order bspw. erstreckt sich dabei, wie der Name bereits zum Ausdruck bringt, bis zum Ende einer Woche, die einer GTM-Order bis zum Ende eines Monats. Bei vorstehenden Varianten handelt es sich im Grunde aber um GTC-Orders, die mit einem Ablaufdatum versehen und jeweils am Ende einer Woche bzw. eines Monats im Dienste des Kunden (zumeist abgewickelt durch das kontoführende Brokerhaus) in systematischer Folge gelöscht werden. GTW- und GTM-Orders werden also nur deshalb von einigen Brokerhäusern angenommen, um Kundenwünschen so weit als irgend möglich zu entsprechen. Die meisten Börsen weisen GTW- und GTM-Orders jedoch schnurstracks zurück.

 

Viele, nicht aber alle Kommissionshäuser (resp. Börsen) räumen ihren Kunden bei der Entgegennahme von Orders die Möglichkeit ein, festzulegen, zu welchem Zeitpunkt im Laufe einer Börsensitzung eine fragliche Order zur Ausführung gelangen möge. Eine dieser Möglichkeiten zur Festlegung der Ausführungszeit besteht in der Formulierung einer MOO-Order ("market-on-opening, "at-the-opening order" oder "market-on-open"): eine Marktorder, die sofort zu Handelsbeginn ("at the opening") auszuführen ist. Beispiel: "Buy 500 ABCD-Shares, market-on-opening".

Die MOO-Order beinhaltet grundsätzlich den Anspruch, in der Liste auszuführender Orders obenanzustehen. Der Broker auf dem Parkett einer Wertpapierbörse wird hier bestrebt sein, eine vorliegende MOO-Order beim ersten zustande kommenden Handel ("trade") im betreffenden Aktienmarkt und gleichzeitig zum bestmöglichen Preis für seinen Kunden zusammenzuführen (d.h. bei Kauforders zum niedrigstmöglichen Preis, bei Verkaufsorders zum höchstmöglichen Preis). Demnach muss die MOO-Order zur Eröffnung ausgeführt werden, während andere "opening-only"-Orders, wie etwa eine Limit-, Stopp- oder Stopp-Limit-"opening-only"-Order auch unausgeführt bleiben kann, abhängig von den jeweils bei Börseneröffnung herrschenden konkreten Marktbedingungen.

Ist eine MOO-Order aufgrund der bestehenden Angebots- und Nachfrageverhältnisse zur Börseneröffnung unausführbar, so wird sie zusammen mit einem entsprechenden Vermerk geradewegs an den Kundenbetreuer des Anlegers zurückgeleitet.

MOC-Orders ("market-on-close order", "at-the-close order") sind Marktorders ("market-orders"), die bei Handelschluss des jeweiligen Börsentages auszuführen sind. Die exakte offizielle Zeitspanne, in der die Orderzusammenführung ermöglicht wird, ist abhängig von den herrschenden Börsenregeln an der jeweiligen Wertpapierbörse und ist mitunter auch handelstechnisch beeinflusst vom augenblicklichen Orderaufkommen. Beispiel: "Sell 500 STUV-Shares, market-on-close". Liegen die während der letzten Sekunden ausgehandelten Kurse der STUV-Aktie bspw. zwischen 10,10 und 10,15 US-$, so sind nur Kurse, die innerhalb dieses Kursintervalls liegen, mögliche Marktpreise für eine Orderausführung einer MOC-Order.

Eine MOC-Order erheben indes nicht den Anspruch, als allerletzte Order per se ausgeführt zu werden. Zudem behält sich der zuständige "floor broker" nicht selten das Recht vor, eine MOC-Order bis 15 Minuten vor Handelsschluss zurückzuweisen, abhängig von den gerade herrschenden Marktbedingungen.

Die Zeitspanne, in der MOC-Orders auszuführen sind, hängt im Wesentlichen davon ab, ob sich die jeweilige MOC-Order auf "round lots" oder auf "odd lots" bezieht:

MOC-Orders für "round lots" sind in der sogenannten "closing range" zusammenzuführen – eine täglich am Schluss, also z.B. während der letzten 30 Handelssekunden der Börsenhandelsphase, sich bildende Handelsspanne. Der Broker ist bestrebt, innerhalb dieser Handelsspanne den für seinen Kunden bestmöglichen Marktpreis zu erwirken. Im elektronischen Handel geschieht dies automatisch durch das System selbst. Dies macht es wahrscheinlich, dass die fragliche Order nahezu auf dem Stand des Tagesschlusskurses, d.h. ungefähr zu jenem Kurs des anerkannt letzten Handels eines Börsentages zur Ausführung gelangt.

MOC-Orders für "odd lots" hingegen werden regelmäßig erst nach Handelschluss einer Börsensitzung ausgeführt. MOC-Kauf-Orders erhalten den dann bestehenden "offered"-Kurs, MOC-Verkaufs-Orders den zu dieser Zeit bestehenden "bid"-Kurs zugeteilt.

 

 

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2016 Bert H. Deiters
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Stand: 26. Dezember 2016. Alle Rechte vorbehalten.