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Limitierte Order ("limit order")

Das Bestreben jedes Wertpapierhändlers geht dahin, mit denkbar günstigster Aussicht auf einen guten Schnitt auf den Markt zu treten. So wird den Käufern von Wertpapieren vorrangig daran gelegen sein, zu möglichst niedrigen Kursen zu kaufen, mit dem Vorsatz, wieder zu verkaufen, wenn die Kurse hinlänglich gestiegen sind. Verkäufer von Wertpapieren suchen demgegenüber zu möglichst hohen Kursen abzuschließen, mit dem Plan, zu ermäßigten Kursen wieder zu verkaufen. Ein ebenso zweckdienliches wie weitgehend bewährtes Mittel zur Erreichung dieses Strebezieles stellt der Ordertyp einer Limit-Order vor. Zu unterscheiden sind die für Kauf- und die für Verkaufszwecke bestimmten Limitorders:

Zeichnet ein Marktakteur seine Order mit einem Preis aus, bis zu dem er äußerstenfalls in der Nachfrage zu bleiben entschlossen ist, dann handelt es sich bei dieserart von Order um eine Kauf-Limitorder ("buy limit order"). Benennt dagegen der Auftraggeber einen Preis, bis zu dem er äußerstenfalls im Angebot zu bleiben gewillt ist, so macht er damit eine Verkaufs-Limitorder ("sell limit order") kenntlich.

Eine Limitorder (limitierter Auftrag; vom lateinischen "limes" = »Grenze«) ist demzufolge dadurch charakterisiert, dass sie als einseitige Bedingung einen Grenzpreis vorweist. Der Auftraggeber gibt mit Formulierung einer Limitorder dem beauftragten Wertpapierhandelshaus ausdrücklich einen Mindest- bzw. Höchstkurs (das Limit) vor, bis zu dem er zu verkaufen bzw. zu kaufen beabsichtigt. Hierdurch stellt der Wertpapierhändler sicher, dass der von ihm vorab fixierte Preis, zu dem er äußerstenfalls im Markte abzuschließen bereit ist, niemals zu seinem Nachteil unter- (Verkauforder) bzw. überschritten (Kauforder) werden kann. Im Zahlenausdruck wird der Limitpreis einer Limitorder stets den Notierungsusancen für das betreffende Wertpapier an der Börse entsprechend angegeben. Im Falle von Aktienorders sind dies also regelmäßig Geldpreise pro Stück. Der richtige Gebrauch einer Limitorder sei an den nachfolgenden Beispielen näher erläutert:

a.) Erteilt ein Kunde seinem Brokerhaus eine Limitorder, 500 UVW-Aktien zu einem Limitkurs von 30 € je Stück zu kaufen, so drückt er dadurch seinen Willen aus, nicht mehr als 30 € je Aktie auszulegen. Alle Marktpreise von 30 € und weniger sind für ihn akzeptabel und werden vorkommendenfalls dann auch zu entsprechenden Marktpreisen prompt ausgeführt werden. Eine mit einer Preisziffer von 30 ausgezeichnete Kauf-Limitorder bleibt indes unausgeführt in den Orderbüchern liegen, solange der Börsenkurs der Aktie sich im Markt über der Marke von 30 € bewegt.

b.) Gibt ein Kunde eine Limitorder, 5000 VWX-Aktien um 3 € je Stück zu verkaufen, so zeigt er hierdurch unmissverständlich auf, dass er nicht gesonnen ist, weniger als 3 € pro Aktie zu erlösen. Solange also der Kurs unter 3 € verharrt, bleibt die Verkaufs-Limitorder unausgeführt in den Orderbüchern zurück. Zu einem Abschluss kommt somit nicht. Wird die Aktie indes zu 3 € oder zu höheren Kursen gehandelt, so kommt ein Abschluss im Markt zum herrschenden Kurs zustande.

Bei der Platzierung einer Limitorder ist völlige Klarsicht, wo Limitkurse im Verhältnis zum vorliegenden Börsenkurs zu setzen sind, von ausschlaggebender Bedeutung für eine sinnvolle Anwendung der Order. Dabei gilt die Regel: Limitkurse einer Kauf-Limitorder werden unterhalb des aktuellen Marktpreises gelegt; Limitkurse einer Verkaufs-Limitorder werden dagegen oberhalb des aktuellen Marktpreises fixiert.

Zur sprachlichen bzw. schriftlichen Aufstellung einer gültigen Limitorder bedarf es des buchstäblichen Zusatzes "Limit" nicht unbedingt. Allein durch die Tatsache, dass Sie mit der Erteilung der Order wortdeutlich einen Kurs benennen, zeichnet sich Ihre Order aus sich selbst heraus erkennbar als Limitorder aus. Zum Beispiel: "Buy 100 XYZ-Shares at $ 40"; durch Nennung der Preisziffer von hier 40 US-$ ist eine Kauf-Limitorder bereits fertig bezeichnet.

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Eine Limitorder schließt regelmäßig ein Ausführungsrisiko in sich, das wieder zum Ausdruck kommt in der Ungewissheit darüber, ob der Auftraggeber auch tatsächlich zum ihm erwünschten (oder womöglich zu einem für ihn besseren) Kurs zum Zuge kommt oder eben gar nicht. Das Ausführungsrisiko rührt daher, weil eine Limitorder im Markt nur dann ausführbar wird, wenn der Marktpreis das gesetzte Limit auch tatsächlich zu erreichen, wenn nicht endlich zu durchdringen vermag. Allein bei bloßem Erreichen des gesetzten Limitkurses durch den Marktpreis wird dem Investor üblicherweise keine Garantie auf Ausführung seiner Order ("a fill") zugestanden. Im Börsenleben erreicht der Marktpreis zuweilen sogar zum zweiten und drittenmale hintereinander den gesetzten Limitkurs ganz vergeblich, ohne dass es hernach zur erstrebten Orderausführung kommt ("touched unable") und dem Broker hieraus irgendein Vorwurf zu machen wäre. Limitorders besitzen nämlich im laufenden Handel eine der niedrigsten Prioritäten unter allen Orderarten überhaupt, d.h. sie sind erst dann an der Reihe, nachdem alle sonst noch ausstehenden Markt-, Stopp-, MIT-Orders usw. zu ihrem Recht gekommen sind. In den meisten Fällen darf ein Wertpapierhändler also erst dann auf Erledigung seiner Limitorder rechnen, wenn der Markt den Limitkurs zu über- (bei Verkaufs-Limitorders) bzw. zu unterschreiten vermochte (bei Kauf-Limitorders).

Nicht aus der Acht zu lassen ist fernerhin Folgendes: Geht der Orderumfang über ein volles "round lot" hinaus, so wird seitens der Börse stillschweigend unterstellt, dass der Kunde mit einer Teilausführung seiner Limitorder einverstanden ist. Die vollständige Ausführung einer Kauf-Limitorder über einen Handelsumfang von beispielsweise 300 CDE-Aktien kann infolgedessen zu verschiedenen Zeitpunkten in verschiedener Stückzahl und somit oftmals zu einander ungleichen Kursen erfolgen. Wer dies umgehen will, sollte besser entweder eine AON-Order oder gegebenenfalls eine FOK-Order in Gebrauch setzen.

Limitorders können weder von selbst noch aus irgendwelchen markttechnischen Gründen zu Marktorders werden (vgl. hierzu: Stopp-Orders), selbst dann nicht, wenn der laufende Marktpreis den Limitkurs in seiner Höhe punktgenau erreicht. Um diesen Sachverhalt zu betonen, werden Limitorders im englisch-amerikanischen Sprachraum mitunter auch "resting orders" ("resting", auf gut Deutsch, so viel wie "dabei bleiben") genannt.

Sollte es sich indes bei einem Börsenauftrag um eine Limit-or-Market-on-Close-Order handeln (eine solche stellt als Kombination einer Limitorder mit einer MOC-Order eine Variante einer gewöhnlichen Limitorder vor), so liegen die Dinge anders: Ist es dem Broker bis zum Handelsschluss nicht möglich, eine Limit-or-Market-on-Close-Order zu den gesetzten Konditionen auszuführen, so wandelt sie sich innerhalb der letzten Handelssekunden automatisch in eine Marktorder und wird dementsprechend zum nächstbesten Kurs im Markt ausgeführt werden.

Unterlässt der Investor bei der Formulierung einer Limitorder jedwede Angaben zu deren Gültigkeitsdauer, so erstreckt sich ihre Geltung grundsätzlich auf den gesamten Handelszeitraum desjenigen Tages, an dem diese erteilt worden ist. Eine Limitorder erlischt immer dann, wenn sie endlich ausgeführt werden konnte, wenn der Gültigkeitszeitraum durchschritten wurde oder wenn sie durch den Investor vor Ablauf bzw. Ausführung ausdrücklich widerrufen wurde.

[* Bei manchen von den Banken ist es Regel, dass die vonseiten ihrer Kunden erteilten Wertpapier-Limitorders automatisch bis Monatsultimo Gültigkeit beanspruchen. Es empfiehlt sich daher, vor Einreichung einer Order vom Handelshaus verlässliche Informationen über deren Dauer einzuholen.]

Doch welche Gesichtspunkte bestimmen nun die konkrete Grenze bei der Preisauszeichnung einer Limitorder? – Allgemein lässt sich dazu sagen, dass zweckmäßigerweise ein gewünschter und für realistisch gehaltener Preis in Ansatz gebracht werden wird, der die persönliche Preisuntergrenze bzw. Preisobergrenze des an den Markt herantretenden Wertpapierhändlers (d.i. seine innerwirtschaftliche Wertschätzung) für die in Frage stehende Aktie widerspiegelt. Die Preisentscheidung ist regelmäßig in Ansehung der herrschenden Marktvolatilität und vor dem Hintergrund des gesamten sonstigen Marktumfeldes zu treffen. Wird der Limitkurs hierbei zu hoch bzw. zu niedrig angesetzt, so läuft der Händler Gefahr, entweder zu teuer zu kaufen, zu billig abzulassen oder schlichtweg leer auszugehen, oder endlich unverrichteter Dinge auf seinem offenen Posten sitzenzubleiben. Zu beantworten ist diese Frage somit letztlich nur im jeweilig vorliegenden Einzelfall.

Der Häufigkeit nach werden Limitorders vorzugsweise dazu eingesetzt, Wertpapiere zu erwerben (Positionen auf- bzw. auszubauen), statt vorgehaltene Bestände an Wertpapieren wieder zu veräußern (dem Schließen von offenen Posten). Demgegenüber hat es sich bewährt, zum Zwecke der Begrenzung von Verlusten bzw. Absicherung von Gewinnen bestehender Engagements weniger Limitorders als vielmehr Stopp-Orders zum Einsatz zu bringen.

 

Fazit zu Limitorders: Die Orderart einer Limitorder kann in ihrer Funktion als eine Maßnahme zur Herabsetzung der Eintrittswahrscheinlichkeit sich plötzlich einstellender, unerwünschter Ausführungskurse (Preisrisiko) aufgefasst werden. Eine Limitorder tritt regelmäßig dann ins Mittel, wenn es in der Absicht des Händlers liegt, zu einem spezifizierten, nach Möglichkeit aber zu einem ihm lieberen Preis zum Geschäftsabschluss zu gelangen. Damit liegt gleichzeitig auch die höchstmögliche Beschaffungsausgabe für die zu erwerbende bzw. die mindestmögliche Veräußerungseinnahme für die abzustoßende Menge an Wertpapieren fest. Im Gegensatz zu einer Marktorder kann ein Investor bei Erteilung einer Limitorder indes zu keiner Zeit mit sicherem Vertrauen darauf rechnen, dass seine Order auch tatsächlich um den von ihm beanspruchten Kurs im Markt Berücksichtigung findet. Er läuft somit Gefahr, leer auszugehen bzw. auf seinen Beständen sitzen zu bleiben. Besteht das Hauptanliegen des Investors dagegen in erster Linie in einer sofortigen Orderausführung, so wird er einer Market-Order den prinzipiellen Vorzug einräumen; denn ganz offenkundig ist der Gebrauch von Limitorders zugleich auch mit einem stets präsenten Ausführungsrisiko behaftet. Andererseits bietet eine Limitorder dem Anleger besonders in beweglichen (volatilen) Märkten, aber auch in solchen mit noch wenig ausgefahrenen Geleisen, bei Kauf-Orders einen sicheren Schutz vor ungewollt hohen und bei Verkaufs-Orders einen vor ungewollt niedrigen Preisen.

 

 

 

Siehe auch: Limitorders an Terminbörsen

 

"Don't sell the bear's skin, before you have caught the bear."

 

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Stand: 31. August 2017. Alle Rechte vorbehalten.