Börse:

von dem mittellateinischen Wort "bursa" = abgezogenes Fell, ferner der daraus gefertigte lederne Geldbeutel*, griech. "byrsa", franz. "bourse"; hochorganisierter Markt, auf dem in regelmäßigen Veranstaltungen unter einer geregelten Ordnung fungible Waren, Wertpapiere oder davon abgeleitete Verträge, die sog. Finanzderivate, oder auch sonstige Güter und Rechte von wirtschaftlichem Wert gehandelt werden. Der Haupt- und Daseinszweck jeder Börse ist die Erleichterung des Handelsverkehrs. Nach dem Gesichtspunkt der verwendeten Handelsplattform zerfallen Börsen in Präsenzbörsen und Computerbörsen. Nach Art der an einer Börse abgeschlossenen Geschäfte unterscheidet man zwischen Börsen für Kassa- und für Termingeschäfte, vgl. dazu § 2 Abs. 1 Börsengesetz. Die Bestrebungen einer Börse richten sich darauf, in regelmäßigen Veranstaltungen (die sich im engeren Sinne selbst als Börse bezeichnet lassen) Abschlüsse von Handelsgeschäften mit vereinheitlichten Finanz- bzw. Realgütern für alle Beteiligten gleichermaßen auf möglichst einfache und kostengünstige Weise herbeizuführen.

[* Gemeinverständlich wurde der Name Börse erst im 16. Jahrhundert durch die Patrizier- und Maklerfamilie "Ter burse" ("van der Burse") aus Brügge (Belgien), die für ihre Hausgenossenschaft diesen Namen trug und ihn auf ihrem Wappen, das drei lederne Geldbeutel zeigte, an ihrem Hause (das in Nachbarschaft von Konsulargebäuden stand) in Buchstaben eingegraben führte, und vor dem alsdann in regelmäßiger Folge lombardische Kaufleute zu einer Wechselbörse zusammentrafen.]