Was ist ein Spread in Futures?
Das Nebeneinanderstehen verschiedenartiger
Futures-Kontrakte von unterschiedlichen
Fristigkeiten mit ihren artenreichen Grundinstrumenten, alle in gleicher
Linie gehandelt an vielnamigen Terminbörsen
rund um den Erdkreis, erweitert das überkommene Entscheidungsfeld der
Markthändler um eine bunte Mannigfaltigkeit von neuen, vielschichtigeren
Handlungsalternativen in Gestalt von gesonderten Anlagekombinationen.
Darunter gemeint sind alle möglichen Zusammenstellungen von sogenannten
Spreads. Der Vielfalt
und Vielgestaltigkeit der aus der zur Verfügung verwendbaren Auswahl
an Spielarten hervorgehenden Aneinanderreihungen und der damit geschaffenen
zusätzlichen Handelsstrategien sind kaum Grenzen gezogen. Deren Linien
werden allein bestimmt durch die Sinnhaftigkeit in der reichen Zahl
von Fügungsverhältnissen, die zwischen den einzelnen an den Plätzen
weltweit anzutreffenden unterschiedlich ausgestalteten Futures-Produkten
gegeben sind.
Der besondere Vorzug, den Spreads in Futures
einzeln gehaltenen Posten voraus haben, kommt für den sachkundigen wie
risikobewussten Trader eindeutig darin zum Ausdruck, dass unter Wahrung
aller Gewinnaussichten bei bloß mäßigem Kapitaleinsatz sich die Gefahr
von Vermögensverlusten in ihren Ausmaßen spürbar vermindern lässt. Mit
der Verwendung von Spreads lässt sich der Gefahr des Misslingens seiner
Börsentermingeschäfte vorbeugen, indem sie überschaubar, im Vorhinein
besser einschätzbar und damit allemal leichter handhabbar gemacht wird.
Noch dazu wird der Trader durch eine widmungsgemäße Anwendung von Spreads
in Gegenüberstellung zu herkömmlichen spekulativen Geschäften mit Futures
vor den Unannehmlichkeiten eines Liquiditätsengpasses oder gar vor dem
Übel eines Sturzes ins wirtschaftliche Verderben ganz vorzüglich bewahrt.
Spreads
in Futures geben den Stoff
zu einer ganzen Reihe mehr anspruchsvoller spekulativer Handelstechniken
im Börsenterminhandel. Um das
Trading mit den zahlreichen Spielarten an zusammenfügbaren Futures
auf anhaltende Dauer mit bestem Erfolg leisten zu können, bedarf es
im Ganzen einer kräftigen Untermauerung durch zweckmäßig ausgeklügelte
Trading-Strategien, d.h. verfeinerte
Planungsansätze für den Terminhandel mit Futures, allesamt beruhend
auf genauestem Vorbedacht der Handlungsweise. Die reiche Vielfalt an
Spreads, die sich an den Welt-Terminmärkten schon fertig vorfindet,
ist aus dem Grundgedanken geboren, Futures auf geschickte Weise miteinander
in eine möglichst nützliche und sinnvolle Verbindung zu rücken. Erst
durch ein planmäßig durchdachtes, kunstgerechtes Zusammenwirken einzelner
Futures nach Maßgabe einer wohl überlegten Verfahrensweise, welche diese
im Hinblick auf ihr Verhältnis gegeneinander in die vom Terminhändler
bevorzugte Stellung bringt, wird ihr Nebeneinander auch zum Füreinander,
das zu einträglichen Geschäftsaussichten berechtigten Anlass gibt. Spread-Geschäfte
in Futures sind demnach stets von einem einheitlichen Leitgedanken getragene,
fein aufeinander abgestimmte in sich verschlungene Koppelgeschäfte,
wo beide Teile wie eins erscheinen.
Unbekümmert um die damit verfolgte Absicht,
füglich unter rein anwendungstechnischem Blickwinkel betrachtet, wird
an den Futures-Märkten ein Spread jedes Mal eingeleitet durch Einnahme
einer Kaufposition (Long), der praktisch gleichzeitig und nebenher
die Einnahme einer davon unterscheidbaren Verkaufsposition (Short)
beigegeben wird. Das Gebilde aus Long- und Short-Futures zusammen verkörpert
den Spread. Zwar tragen die einzelnen der so zu gemeinsamem Werk vereinigten
Long-Futures- und Short-Futures-Posten eines Spreads hinsichtlich ihrer
Ausgestaltung (Spezifikation
der Kontrakte) in aller Regel gewisse übereinstimmende ökonomische Züge;
beide Seiten aber werden sich mindestens in einem ihrer kennzeichnenden
Merkmale klar gegeneinander abgrenzen lassen, sei in ihrem Termin, dem
Erfüllungsort oder der Beschaffenheit des Gutes (= unterschiedliche
Futures-Serien*). Während beispielsweise eine Long-Position
in CBOT-Dezember-Weizen
und eine daneben aufgerichtete Short-Position in
CBOT-Dezember-Mais
erkennbar als ein Spread in Futures aus Hauptgetreiden daherkommt, kann
man das etwa von der allein äußerlich zusammengerückten, und daher verbindungslosen
Mischbildung einer COMEX-Juli-Kupfer-Long-Position
und einer ihr kreuz und quer zur Seite geschickten
NYBOT-Dezember-Kaffee-Short-Position
nur schwerlich behaupten. – Nach Begründung eines Spread-Geschäfts durch
Herstellung einer gut überlegten Zuordnung zweier Kontrakt-Arten zu
einem zusammenhängenden Ganzen höherer Artung gilt das Hauptaugenmerk
nun nicht mehr den Verlustgefahren und Gewinnerwartungen jeder Teil-Position
für sich allein genommen, sondern vielmehr der Kursdifferenz
zwischen den Kursen der Einzelposten des Spreads
(= Größe des Spreads, "Spread-Preis",
"premium") und der künftigen Veränderung ihres Ziffernwertes,
was im Folgenden noch in helleres Licht gesetzt werden soll.
[* Anmerkung:
Alle Futures-Kontrakte, die, den Preis ausgenommen, in sämtlichen ihrer
Wesensmerkmale und Ausprägungen übereinstimmen, lassen sich einer einheitlichen
Futures-Serie ("futures series") einreihen.]
Der Begriff Spread, dem Englischen
»ausbreiten, ausstrecken, spreizen; Spanne« entlehnt: im Kaufmannsdeutsch
so viel wie Differenzgeschäft (hier nicht im rechtstechnischen
Sinne zu verstehen), wird in der Fach- und Berufssprache des Terminhandels
überhaupt sehr unterschiedlich benützt. So ist der Name "Spread", ungleich
der Nomenklatur im Rahmen von Optionsgeschäften, im Zusammenhang mit
gemischten Futures-Geschäften landläufig als Deckwort für den Namen
"Straddle" in Gebrauch (im deutsprachigen Raum werden sie in seltenen
Fällen auch als Stellagegeschäfte benannt). Der Terminus "Spread"
bzw. "Straddle", der in den Vereinigten Staaten mitunter auch mit dem
Wechselwort "Switch" benannt wird, bezeichnet im Verkehr mit Futures
und anderen Zeitgeschäften ein planvoll bewusst zusammengefügtes Termingeschäft
("combination"), das, von einer einheitlichen Handelsabsicht
durchdrungen ist und, wie oben dargelegt, zur Entstehung gelangt durch
Anfertigung einer Long/Short-Beziehung zwischen Marktinstrumenten, die
zwar verschiedenartigen Gattungen angehören, die aber miteinander immerhin
größere Ähnlichkeit als Gegensätzlichkeit erkennen lassen. Streng genommen
und grundsätzlich versteht man im Terminhandel unter einem Spread allein
das Ausmaß der Preisdifferenz zwischen den Terminpreisen zweier gesonderter,
gleichwohl wirtschaftlich verwandter Finanzmarktderivate (Preis-Spread
als Differentialpreis).*
[* Genau gesprochen
bezeichnet also das Gebilde aus Long- und Short-Position den Straddle,
dessen Preisdifferenz den Spread. Ebenso treffend ließe sich für Letztere
aber auch der Name Basis verwenden.
Der Begriff der Basis steht sonach im Terminverkehr in doppelter Abwandlung
in Übung. Er kennzeichnet sowohl beim
Hedgegeschäft ("Preissicherungsgeschäft")
als auch bei kombinierten Terminkontraktgeschäften (Spreads in Futures)
die Preisdifferenz zwischen den Marktpreisen in den einzelnen
Teilpositionen, gewendet auf jeweils ein und denselben beliebigen Betrachtungszeitpunkt.]
In der figürlichen Alltagssprache der
Händler beim Umgang mit Spreads werden die ihn ausmachenden Glieder
bisweilen auch als "die Beine" eines Spreads bezeichnet, während
das eine "Bein" bei aller Verschiedenheit jedes Falles aus einer
Verkaufs-Position (Short), das andere "Bein" dementgegen
aus einer Kauf-Position* (Long) in Futures gebildet
wird. Das Hauptaugenmerk richtet sich im Handel mit eng verflochtenen
Futures, die erkennbar im Preise wechselseitig in Beziehung stehen,
vornehmlich auf vermeintlich prognostizierbare Veränderungen in der
Preisdifferenz (= Basisänderungen)
der eigenständigen Beine eines Spreads – und zwar weitgehend losgelöst
vom augenblicklich herrschenden Kursstand bzw. des möglichen Ganges
in der Grundausrichtung des betreffenden Marktes selbst.
[* Anmerkung:
Die einzelnen Beine eines Spreads müssen dabei nicht zwangsläufig im
Verhältnis der Parität, also etwa immer nur linear in der Einzahl ("one-to-one"),
zueinander stehen. Ein Posten in Spreads kann sehr wohl dem Größenverhältnis
nach sich aus ganz ungleichzahligen Teilstücken zusammensetzen ("tailed
spread"); er muss aber zumindest in einem Kontrakt "long" und in
einem anderen Kontrakt "short" sein.]
Wenngleich vom Leitgedanken her ähnlich,
verfolgen Spread-Geschäfte im Anwendungszusammenhang grundsätzlich andere
Rücksichten als man sie von den mit ihnen in naher Verwandtschaft stehenden
Hedgegeschäften her kennt. Kein Wunder, denn beide Geschäftsrichtungen
stellen auf urverschiedene Ziele ab und sind daher in sehr unterschiedlichem
Maße Kursschwankungen ausgesetzt. Der Grundgedanke von
Hedging prägt
sich in der Herabsetzung von Preisunsicherheitsursachen aus, die einem
auf dem Spotmarkt bestehenden offen Posten oder einem künftig erst noch
einzurichtenden Spot- oder Termingeschäft anhängen, indem diesem zu
seiner Sicherung eine gegenläufige Position in Form eines Ergänzungsgeschäfts
im Terminmarkt zeitweilig als Seitenstück entgegengestellt wird, während
im Falle von Spreads die spekulative Ausnutzung von Preisunterschieden
zwischen verschiedenen, aber auf irgendeine Art miteinander verwandten
Futures-Kontrakten der eigentliche Zweck ist. Ein erfolgssicherer
Handel mit Spreads stützt sich vorzugsweise auf bestimmt gegebene, klug
ausgewählte Handlungspläne mit erlesenem Risikoprofil, eingeschlagen
in der Absicht, bald durchgreifende Verschiebungen in den Wertverhältnissen
von Waren und Kapitalgütern, bald vermeintliche Widersprüchlichkeiten
zwischen ökonomisch gut untermauerten Gesetzmäßigkeiten, bald auch empirische
Regelmäßigkeiten zwischen verschiedenen Futuresmärkten gewinnbringend
auszunützen. Grunderfordernis hierfür ist allerdings eine gewisse Gewandtheit
im Gebrauch von Spreads. Es sei dies ins Einzelne ausgeführt:
Der gestandene, hellsichtige
Trader setzt im Umgang mit
Spreads ("spreading") ganz auf ein Steigen der Kursnotierung
des gekauften Terminkontrakts ("long"), während er wünscht und hofft,
dass die Notiz des diesem gegenüberstehenden verkauften Terminkontrakts
("short") in gleichem Zuge falle, zum Mindesten aber, dass die erste
in stärkerer Proportion steige bzw. in weniger starkem Verhältnis falle
als die andere. Oder, mit einem Worte: Die Long-Seite soll die Short-Seite
im Wertzuwachs in einem möglichst hohen Maße übertreffen, oder umgekehrt.
Anders als der Inhaber einer Futures-Position herkömmlichen Stils ("outright-position",
"straight futures", "stand-alone"-Position; allg.: "Solo-Geschäft",
singuläres Derivategeschäft), der vorrangig dem auf dem betreffenden
Markt ausgewiesenen ("absoluten") Kursstand und dessen Änderung eine
sorgfältige Beobachtung zuwenden wird, reizen den Trader in Spreads
also hauptsächlich Verschiebungen im Verhältnis der Preise, d.i.
eine Ausweitung oder Verengerung von Kursdifferenzen zu seinen
Gunsten ("relativ value trade"). Für ein einträgliches Spread-Trading
(Spreading) kommt demzufolge alles darauf an, die sich wahrhaftig einspielende
Laufrichtung der Kursunterschiede, d.i.
ein Auseinander- bzw. Zusammenlaufen, in wirtschaftlich oder markttechnisch
miteinander verflochtenen Märkten rechtzeitig aufzuspüren und geschickt
zu verwerten. Überstarker Preisausschläge bedarf es dazu nicht. Selbst
in flauen, eher stationären Marktlagen steht eine gute Gewinnaussicht
offen ("neutral"), falls beide Marktabschnitte sich nur gegensätzlich,
aber auf unterschiedlichem Fuß entwickeln. Ein weiterer, recht vielverheißender
Ansatz im Spread-Trading ist in einem zeitigen Aufspüren eines vorübergehenden
"Ungleichgewichts" zwischen den beobachteten Kursnotierungen verschiedenartiger
Futures gelegen, in Erwartung einer Angleichung der wahrgenommenen Abweichung
(Ineffizienz, "Anomalie") in unmittelbarer zeitlicher Folge durch den
Markt ("carrying charge spread"). Unter diesem Blickwinkel betrachtet,
rücken derartige Spread-Strategien in die Nähe einer
Arbitrage, womit diesen
aus sich heraus betont spekulative Züge anhaften ("Differenzarbitrage",
"Risikoarbitrage"). Durch Rückgriff auf solcherlei Handelspläne wird
der Spread-Trader so gut wie zu einem Risiko-Arbitrageur.
Das tätige Handeln mit Spreads trägt im
Allgemeinen den Wesenszug einer eher konservativen Trading-Strategie
an sich; denn durch sein fein ausgeklügeltes, bedächtiges Vorgehen tauscht
der Inhaber einer Spread-Position* das einer Singularposition
anhängende vollständige absolute Preisänderungsrisiko gegen das Risiko
einer Veränderung in den Kursverhältnissen zwischen zwar verschiedenen,
aber innerlich doch irgendwie zusammenhängenden Futures, das aller Erfahrung
nach von deutlich bescheidenerem Ausmaß ist. Mögen die Partikularmärkte
zuweilen auch noch so hastig auf und nieder schwanken, wird dies den
Gang des Preisspreads weithin unberührt lassen. Dieser durchgreifende
Erfahrungssachverhalt schlägt sich gewöhnlich messbar nieder in einer
merklich zurückweichenden Volatilität
der Wertänderungen der Gesamtposition. Auch ist es unverkennbar, dass
sich die Preise von bestimmten Spreads auf eine gewisse absehbare Frist
mit höherer Bestimmtheit voraussehen lassen als die an den Einzelmärkten.
Sieht man indes genauer zu, so ist das Halten eines Spreads im wirklichen
Geschehen lediglich unter dem eben erwähnten Blickwinkel, nicht jedoch
notwendigerweise auch weniger flüchtig betrachtet auf einer zweiten
von obenher das Ganze beschauenden Ebene mit weniger Risiko behaftet
als das Halten einfacher (singulärer) Long- oder Short-Positionen in
Futures (Outright-Positionen), wie noch unten weiter auseinandergesetzt.
[* Anmerkung:
Der Begriff Position ist in
Bezug auf Spreads nicht im strengen Wortsinne einer singulären, nur
nach einer Seite hin offene Position zu verstehen, sondern benennt hier
begreiflicherweise das zu einer Einheit zusammengestellte Konstrukt
aus Kauf und Verkauf als Ganzes.]
Das häufig angeführte herabgesetzte Risiko
von Spread-Positionen gegenüber Outright-Positionen führt offenkundig
zurück auf ein in ihrer wirtschaftlichen Gestaltung bzw. zeitlichen
Schichtung aufs Engste verbundene (das ist ein höchst ausgebreitetes
reziprokes, sich kompensierendes) Preisgefüge zwischen einander mehr
oder minder gleichartigen Basiswerten. Überhaupt lehrt uns die Empirie,
dass die Preisentwicklungen in jenen Futures-Märkten, die miteinander
in einer gewissen kausalen ökonomischen Wechselbeziehung stehen, dazu
neigen, sich über weite Strecken ganz ähnlich zu vollziehen, was bei
richtig zusammengepaarten Spreads bezeichnenderweise durch eine ausgeprägt
positive statistische
Korrelation
(= innige Wechselbeziehung)
zwischen den betreffenden Märkten auch zahlenmäßig auf das sinnfälligste
zum Ausdruck kommt. Dies führt in allgemeiner Weise dazu, dass selbst
wenn der Spread-Trader sich im Nachhinein in seinen Markterwartungen
getäuscht sieht, der aus dem einen Teil der Spread-Position erwachsende
Verlust sich oftmals – bis auf Basisänderungen – zu einem guten Teil
auffangen lässt durch den Gewinn aus der ihm beigeordneten zweiten Futures-Position
(d.i. "das andere Bein" des
Spreads). Dennoch darf man sich keiner Täuschung darüber hingeben, dass
jedes Geschäft mit Spreads – zumal bei mangelnder Kenntnis der Marktlage
oder gar nach einem verhängnisvollen persönlichen Ungeschick – auch
immerfort die folgenschwere Gefahr des völligen Misslingens mit sich
bringt. So kann eine Schieflage im Trading mit manch einem Spread das
Vermögen des unglücklich arbitrierenden Händlers zuweilen gar empfindlich
schmälern, besonders dann, wenn im Schlussergebnis – obgleich die Teile
eines Spreads sich selten gegenseitig gefährden – beide Quoten so arg
fehlschlagen, dass jede für sich ganz gewaltige Verluste einbringt.
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Angesichts der im großen Ganzen von Spread-Geschäften
herrührenden verminderten Wertgefahr gegenüber Outright-Positionen gewähren
die Börsen – so gemeinhin auch die kontoführenden Finanzinstitute –
für die Öffnung ausgesuchter Spread-Positionen in Futures im Regelfall
einen deutlichen Nachlass bei den Ersteinschüssen ("initial
margin"; hierbei meist als "spread-margin" bezeichnet).
Die Margen-Beanspruchung für die im Marktverkehr geläufigsten Arten
von Spreads, die sich auf anerkannte standardisierte Futures-Strategien
beziehen, liegt durchweg selbst unterhalb des Satzes für ein herkömmliches
"maintenance
margin" (welches sodann für eben jene Spreads ebenfalls niedriger
ausfällt), wie sie landläufig an den Plätzen für die einschichtigen
spekulativ ausgerichteten Posten als unterer Puffer veranschlagt werden.
Dies hat nicht nur den Vorteil einer geringeren Liquiditätsbelastung
für sich, sondern ermöglicht auch eine Verbesserung an den Diversifikationsmöglichkeiten
der Anlagemittel. Ebendeshalb rücken Spreads in den Gesichtskreis besonders
von Haltern kleinerer Handelskonten, die damit die Gelegenheit erhalten,
ihre Einzelgeschäfte breiter aufzustellen, zu "streuen". Allerdings
sei bei der Übertragung auf anderweitige Betrachtungsebenen jenseits
eines "relative value trade" sogleich zur Achtsamkeit gemahnt: Namentlich
mit Wirkung auf Investitionssummen und deren
Margin-Renditen
("return on investment" ROI) kann die mit Spreads verbundene
Verlustgefahr, verstärkt durch den vervielfältigten
Hebeleffekt aus
dem verringerten Margin-Erfordernis, mit Risiken aus alleinigen Futures-Positionen
durchaus vergleichbar werden, wenn nicht gar um einiges höher anschlagen!
Entsprechendes gilt nicht am wenigsten von Commodity-Spreads unterschiedlicher
Erntejahre und ganz besonders von Spreads in nicht lagerfähigen Waren.
Ein bestehender Spread wird durch
Glattstellung
seiner äußerlich selbständigen Teilpositionen ordentlicherweise aufgelöst
("unwinding", "backspreading"), sein Ergebnis dann und
deshalb verwirklicht. Der Einfachheit halber bedient sich der gewandte
Spread-Trader hierzu des von den Terminbörsen gesondert bereitgestellten
Orderinstrumentariums für Spreads ("spread
order"). Mit dessen Hilfe leitet er nicht nur einen nahezu gleichzeitigen
Aufbau des zusammenzupaarenden Postens ein, sondern wickelt diesen nachher
auch auf einen Schlag wieder ab. Oft sind es eigenständige Handelspersonen,
so zumal Market-Maker,
welche sich dazu verstehen, für einen Spread die Marktgegenseite einzunehmen.
Ohnedies ist die Vornahme eines spiegelbildlichen Geschäfts das übliche
und rascheste Verfahren, um zum einen das Gebundensein an vertraglich
auferlegte Rechtsverbindlichkeiten aus den einzelnen Futures, so z.B.
dingliche Liefer- und Abnahmeverpflichtungen von Waren oder Wertpapieren,
vollständig wieder aufzuheben und zum anderen das finanzielle Ergebnis
aus der Position unter Ausgleich der durch Marktwertänderungen übrig
gebliebenen Zahlungsansprüche über die eingeschaltete Clearingstelle
zu verwirklichen.
Die Teile eines Spreads sind weder notwendig
auf ein dauerhaftes Zusammenbleiben angelegt noch unauflöslich miteinander
verwachsen. Ihr Zusammenhalt ist beliebig trennbar. Ein Spread lässt
sich durch Schließung der teilnehmenden Grundbestandteile entweder ganz
oder bis auf eine zurückgelassene Splittergruppe oder Singularposition
leicht wieder sprengen ("leg out"). Stellt der Inhaber eines
Spreads im Zuge seiner Trading-Strategie also Futures nur des einen
Teiles seiner Position an einem Spread glatt, während er den übrig bleibenden
Teil ("das andere Bein") weiterhin aufrechterhält ("to lift one leg"),
so hat er zu gewärtigen, dass mit Herbeiführung der Vereinzelung die
verbliebene spekulative Einzelposition augenblicklich von ihrem natürlichen
Schutz entblößt ist. Des ausgleichenden Schutzes ledig, lebt in der
Letzteren die ganz gewöhnliche "stand-alone"-Long- oder "stand-alone"-Short-Position
in Futures wieder auf, die nun schlagartig im betreffenden Steigerungsgrad
um ebensoviel den ihr eigenen Verlustgefahren ausgesetzt ist und darum
im gleichen Augenblick notwendig mit der üblichen vollen Margin-Summe
wieder einer angemessenen Deckung bedarf.
Es sei nicht versäumt, abschließend noch
darauf hinzuweisen, dass die Begründung eines Spreads sich gemeinhin
ebenso gut durch ungleichzeitigen Aufbau seiner einzelnen Bestandteile
herbeiführen ließe. Ohnehin wird dies notwendig sein, falls eine Einzelorder
für den ausgesuchten Spread nicht vorgesehen ist oder von der Börse
bzw. dem Handelshaus nicht angenommen wird, oder eine Gegenseite für
den bezeichneten Spread nicht ausfindig zu machen ist. Überdies können
taktische Überlegungen einen stufenweisen Einstieg bedingen. Sofern
nämlich die Umstände dem geschäftsgewohnten, besonnenen Trader kein
sofortiges Handeln abnötigen, wird dieser das gegenwärtige Preisgebäude
zunächst einer reiflichen Prüfung unterziehen, und nach umsichtigem
Bedenken der Marktlage einen Spread allenfalls erst dann zur Vollendung
zu bringen suchen, wenn auf dem Boden der gewählten Trading-Strategie
an der Schwelle des Entschlusses das Verhältnis der angehenden Terminkurse
(Basis) zueinander
die Aussichten auf eine Anziehung oder Drehung des Spread-Preises als
besonders Erfolg versprechend erscheinen lässt ("leg into a spread").
Im Falle von Märkten unterschiedlicher Liquidität wird er bei dieser
Gelegenheit vernünftigerweise denjenigen Markt zuerst betreten, der
sich weniger liquide zeigt, weil der andere, davon abhängige weit leichter
zugänglich ist. In günstigen Marktlagen lässt sich auf diese Weise nicht
etwa nur ein bestehender Buchgewinn sichern und allmählich ausbauen,
sondern aus der zügigen Wahrnehmung einer vorteilhaften Gestaltung der
Basis letztlich sogar ein zusätzlicher Ertrag ziehen. Andererseits liegt
hierin stets eine gewisse Gefahr, wegen allzu langen Zögerns und vielleicht
auch wegen mangelnder Marktliquidität
entweder eine an sich günstige Gewinnaussicht im Trading für den Augenblick
jedenfalls verscherzt oder den Spread zu empfindlich ungünstigen Einstiegskursen
errichtet zu haben ("legging risk"). Ein Taktieren auf diesem
Boden erfordert ganz offenbar ein ausgesprochen hohes Maß an Gewandtheit
und Berufserfahrung, und es sei angesichts der damit erkauften erhöhten
Verlustgefahr dem weniger kundigen Spread-Trader deshalb auch widerraten
und nicht zur Nachahmung anempfohlen.
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Im Einzelnen umspannen Spreads in Futures
die folgenden Erscheinungsformen:
– Intra-Markt-Spread ("intramarket
spread"; auch intertemporaler oder "time"-Spread,
"intermonth spread", "calendar spread",
"calendar basis trade", "intracommodity-spread", Intra-Kontraktspread,
"intracontract-spread" oder "interdelivery-spread" genannt):
Diese überaus gebräuchliche und im Börsenleben entsprechend häufig begegnende
Mischung setzt sich zusammen aus Futures mit Basiswerten ("underlying")
von einerlei Art, die zwar jeweils an derselben Terminbörse gehandelt,
dort jedoch in unterschiedlichen
Liefermonaten eingenommen
werden. Als Beispiele hiervon lassen sich ein an der New York Mercantile
Exchange eingerichteter September26/Dezember26 Benzin-Spread (NYMEX
NY Harbor RBOB Gasoline) oder etwa auch ein an der ICE Futures U.S.
aufgebauter Juli26/Oktober26 Zucker-Spread (NYBOT
Sugar No. 11) anführen. Da jeder Spread der vorbezeichneten Sorte
sich stets aus einer Long- und einer Short-Position in einem
gattungsgleichen "underlying" zusammensetzt, gehen aus jedem Preiswechsel
im unterliegenden Markt mit einem Schlag in der einen Teilposition Gewinne
von entsprechender Höhe hervor, denen in der anderen Verluste auf gleichem
Fuß gegenüberstehen. Der Halter des nämlichen Spreads verspricht sich
einen Vorteil davon, dass bestimmte markttechnische Kräfte, die in den
bestehenden Laufzeitunterschieden ihre Ursachen haben, den Kurs der
Long-Position weiter heben bzw. weniger weit senken als den Kurs der
Short-Position. An den meisten Börsen wird diese viel beliebte Art eines
Spreads auch als einheitlicher Posten anerkannt, was wiederum die Annehmlichkeit
hat, dass er sich mittels einer einzigen
Order bequem einrichten und
auch wieder schließen lässt. Seine Einzelteile müssen also nicht eigens
durch gesonderte Orders erst geöffnet und nachher umständlich durch
getrennte Orders wieder geschlossen werden. Intra-Markt-Spreads werden
oft und gern von Absicherern ("hedgers") herangezogen, um ihre
zum Schutz aufgerichteten kurzfristigen, aber hochliquiden Terminposten
in den nächstfolgenden Termin umzuschichten ("roll a contract forward").
– Inter-Markt-Spread ("intermarket
spread", "location spread", "inter-exchange-spread"):
Diese Gattung eines Spreads setzt sich zusammen aus Futures mit (zumindest
der Spezies nach) gleichem Basiswert, welche jedoch an verschiedenen
Terminbörsen oder Abteilungen derselben notiert und gehandelt werden.
Als Beispiel anführen lässt sich der Kauf von September12
SRW-Weizen am CBOT
in Chicago bei gleichzeitigem Verkauf von September12 KC
HRW Weizen (wie ehemals an der
Börse zu Kansas City KCBT gehandelt, der nun aber ebenfalls am CBOT
notiert wird, jetzt beides Sektionen der CME Group). Aber auch der Gold-Silber-Ratio-Spread
(GSR) lässt sich recht wohl noch unter diese Gattung einordnen. Ein
Inter-Markt-Spread lässt sich ebenso wohl in Form eines "calendar
spread" aufbauen, sofern er sich dabei auf unterschiedliche Termine
stützt. Der Gebrauch von "location"-Spreads beruht im regelmäßigen Fall
auf bestimmten Arbirtage-Motiven.
Vor folgendem Hintergrund: Die Preisunterschiede von generisch bestimmten
Waren ganz gleichen Zuschnitts, die an geographisch fern voneinander
gelegenen Orten zu gleicher Zeit gehandelt werden, dürfen die Kosten
der Beförderung zwischen beiden Handelsräumen für diese nicht übersteigen,
widrigenfalls sich sofort gewinnträchtige Arbitragemöglichkeiten eröffneten.
– Allerdings fallen bei solcherart Spread gemeinhin die für Spreads
sonst üblichen Abschläge bei den Margin-Erfordernissen weg.
– Inter-Commodity-Spread ("intercommodity-spread",
"intercontract-spread", "inter-product-spread" IPS,
"intermarket-spread", "straddle"): Unter dieser Aufstellung
versteht man eine Mischung von Futures, die dadurch gekennzeichnet ist,
dass sie sich zwar von artverschiedenen, jedoch in einer mehr oder minder
nahen ökonomischen Beziehung stehenden und daher preislich positiv korrelierten
Basiswerten herschreiben. Im Regelfall der Praxis werden seine Bestandteile
zugleich auch in demselben Terminmonat und an derselben Terminbörse
gehandelt. Sind verschiedene Börsen im Spiel, so spricht man wieder
von einem "inter-exchange-spread". Zweck einer solchen Positionierung
ist es, von zeitweiligen (teils auch vorgezeichnet von saisonbedingten)
Preisungleichgewichten Nutzen zu ziehen. Als Beispiel sei der Kauf von
Dezember-Weizen und Verkauf von Dezember-Mais an der Terminbörse CBOT
der CME Group
genannt. Da Mais bei vereinzelten Gelegenheiten als Ergänzungs- oder
Substitutionsgut für Weizen Verwendung findet, werden sich die Preise
beider Getreidearten im Allgemeinen ziemlich gleichförmig entwickeln.
Weitere "horizontale" Mischungsmöglichkeiten wären etwa T-Bills und
Eurodollar, "cattle" und "hogs", "oats" und "corn" bis hin zu "cotton"
und "soybeans". Herabgesetzte Margin-Erfordernisse bei "intercontract-spread"
indes kommen im freien Umgang mit dieserart Spread nur verschwindend
selten vor.
– Produkt-Spread ("source-product
spread", "commodity product spread", "intercommodity-spread"):
Hierunter fällt der gleichzeitige Kauf und Verkauf von Futures auf ein
bestimmtes Roherzeugnis einesteils und auf ein oder eine gewisse Anzahl
der aus ihm hergestellten Waren andernteils. Beispiele für derartige
Spreads, die, wie man sich ausdrückt, über "vertikale Produktstufen"
laufen, sind (1.) der Sojabohnen-Crush-Spread, der aus einer
Long-Position in Sojabohnen und einer darauf bezüglich der Zahl zugepassten
Short-Position in Sojaöl und/oder Sojamehl besteht, oder der "Reverse
Crush-Spread", der umgekehrt aus einer Short-Position in Sojabohnen
und einer Long-Position in Sojaöl bzw. Sojamehl gebildet ist; (2.) der
sog. "Crack-Spread" bzw. der "invertierte Crack-Spread"
("reverse crack spread"), die Rohöl und dessen Destillate, wie
beispielsweise Heizöl und Benzin, oder auch beide zusammen in bestimmten
festen Verhältnissen, oft sind es 3 Gallonen Rohöl gegen 2 Gallonen
Benzin und 1 Gallone Heizöl, zur Grundlage haben. Gewöhnlich haben alle
Kontrakte den gleichen Fälligkeitstermin, der bei den Fabrikaten manchmal
aber auch um einen Monat vor versetzt wird. Ein invertierter Crack-Spread
Januar Heizöl (long)/Januar Rohöl (short) etwa wird von der spekulativ
eingestellten Händlerschaft häufig und gern dann verwendet, wenn zu
erwarten steht, dass – wie häufig zu beobachten – die Heizölpreise im
Winter im Verhältnis stärker steigen als die Rohölpreise. Auch Produkt-Spreads
bekommen von den Börsen in aller Regel einen Nachlass beim Margin ("margin
credit").
Bei sämtlichen vorstehend
genannten Arten von Spread lassen sich,
sofern diese auf ungleichen Terminmonaten aufsetzen, stets zwei wesentliche
Artenformen von Spreads voneinander unterscheiden: 1.) der "bull"-Spread
und 2.) der "bear"-Spread.
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Ein "bull"-Spread, auch als
"premium spread" bezeichnet, ist dadurch charakterisiert,
dass ein zeitlich nahe liegender Termin gekauft und nebenher ein
zeitlich ferner liegender Termin verkauft wird. Der Spread-Trader
rechnet mithin darauf, dass die Kurse im frühen Terminmonat kräftiger
steigen bzw. in geringerem Maße fallen als im daran gebundenen zeitfernen
Terminmonat. Der Trader profitiert, wenn der Spread sich verstärkt
("stengthens").
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Ein "bear"-Spread, oder auch
"back spread" genannt, kennzeichnet sich hingegen dadurch,
dass ein zeitlich nahe liegender Termin verkauft und nebenher ein
weiter abliegender Termin gekauft wird. Der Spread-Trader spekuliert
mithin auf im näher liegenden Terminmonat stärker fallende bzw.
weniger stark steigende Kurse als im gegenüberstehenden entfernten
Terminmonat. Der Trader macht Gewinn, wenn der Spread sich abschwächt
("weakens").*
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[* Bemerkt sei,
dass die beiden obigen Begriffserklärungen Bezug nehmen auf praktische
Verhältnisse und Erfahrungsregeln an den Märkten. Der Begriff "bull"
kennzeichnet bekanntlich einen Markt, der von allgemein steigenden Kursen
geprägt ist. Der Begriff "bear" dagegen steht für einen Markt von allgemein
sinkendem Kursverlauf. Die Rechtfertigung der vorangehenden Auslegung
leitet sich her von dem Erfahrungssachverhalt, dass durch die Nachrichtenlage
und den Wissensstand veranlasste Richtungsänderungen der Kurse, zumal
in den Warenmärkten, sich häufig und gerne zuerst in den mehr liquiden,
also frühen Terminen
niederschlagen denn in den weiter entlegenen ("Samuelson-Effekt"). Vom
theoretischen Standpunkt eines "Cost
of carry"-Modells aus, besonders in den "full-carry"-Märkten von
"financial assets", scheint die der obigen entgegengesetzte Ausdeutung
indes angezeigter zu sein.]
– Des Weiteren stößt man hie und da auf
eine Anfertigung, die unter der Aufschrift Butterfly-Spread in
Händlerkreisen weithin bekannt ist: Hierbei handelt es sich um eine
aufeinander fein abgestimmte Verknüpfung zweier Spreads. Ein Intramarket-Butterfly-Spread
etwa wird eingeleitet durch den "Kauf" eines im Wert verhältnismäßig
niedrig angesetzten Intra-Markt-Spreads, während ein im Wert verhältnismäßig
hoch angesetzter Intra-Markt-Spread "verkauft" wird. Der aufmerksame
Spread-Trader in Butterfly-Spreads vermutet ein Ungleichgewicht in dem
bestehenden Preisunterschied zwischen den zusammengehaltenen Spreads
und baut infolge dieser Erwägung mit Einleitung des Spread-Geschäfts
auf eine ziffernmäßige Angleichung dieser Abweichung von ihrem vorab
erkannten Richtstand. – An der Terminbörse CME und am CBOT
steht der Begriff eines Butterfly-Spreads wieder für eine Zusammenstellung
aus dreierlei verschiedenen und gleichverteilten Monatsterminen innerhalb
eines Produktmarktes, wobei der mittlere Termin von doppeltem Gewicht
ist: so z.B. wird der Kauf
eines Butterfly-Spreads eingeleitet durch gleichzeitigen Kauf eines
nahen Terminkontraktes, den Verkauf zweier Kontrakte des nächstfolgenden
Termins und endlich dazu den Kauf des sich daran anschließenden Termins
ein und derselben Produktart. Das Mischungsverhältnis seiner Glieder
stellt sich folglich dar wie +1:–2:+1.
Noch abenteuerlichere Verkettungen mit noch zahlreicheren Beinen finden
sich in Gestalt eines Condors, der von 4 aufeinander folgenden
Quartalsterminen im Verhältnis +1:–1:–1:+1
gebildet wird, sowie eines Strips und Balanced Strips,
welche sich aus bis zu 24 in sich verwundenen Gliedern zusammensetzen
können.
Die vorstehende Einordnung der im täglichen
Handelsverkehr anzutreffenden Hauptformen von Spreads im wirtschaftlich-technischen
Verstand ist keineswegs abschließend, sondern bietet durchaus weiteren
Spielraum für Mannigfaltigkeit.
Auf der nächsten Seite werden grundlegende
Berechnungsverfahren sowie Beispiele für einige nützliche praktische
Anwendungsfälle von Spreads näher vorgestellt.

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