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Was ist Forex?

ein Gastbeitrag von Nils Rehfeldt

Der internationale Markt für Devisen ist der Ort, wo Banken, Firmen und Investoren und Trader miteinander verschiedene Währungen handeln und auf zukünftige Kursveränderungen setzen. Der Devisenmarkt wird international sehr häufig "Forex" genannt. Diese Bezeichnung kommt aus dem englischen und heißt Foreign Exchange.

Der Währungsmarkt ist im Vergleich zu allen anderen Märkten wie zum Beispiel den Börsen für Aktien der Markt mit der höchsten Liquidität. Am Devisenmarkt werden jeden Tag zwischen 4 und 6 Trillionen USD gehandelt.

Der internationale Devisenmarkt ist nicht wie die Börsen für Aktien zentralisiert. Der Handel findet über den sogenannten Interbankenmarkt statt und ist 24 Stunden an 5 Tagen in der Woche von Montag bis Freitag möglich. Dabei wird in in sich überlappende Trading Sessions unterteilt.

1. Asiatische Session

2. Europäische bzw. London Session

3. US-Amerikanische bzw. New York Session

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Was ist Forex Trading?

Der Handel mit Devisen durch Endkunden ist die Spekulation auf die Veränderung des Preises einer Währung im Verhältnis zu einer anderen Währung. Währungen können immer nur gegeneinander gehandelt werden. Als Devisenhändler handelt man Währungspaare, wobei bei einem Trade immer erst eine Währung gekauft werden muss, um dann eine andere zu verkaufen.

Beispiel für den Kauf eines Währungspaares:

Wer als Trader das Währungspaar EUR/USD kauft, setzt darauf, dass der Wert des Euros sich gegenüber dem US-Dollar positiv verändert und der Kurs steigt. Beim Öffnen dieses Trades wird durch den Broker im Hintergrund US-Dollar verkauft, um Euro zu kaufen. Der Trader bekommt von dieser Transaktion in seinem Handelskonto nichts mit.

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Was sind die Vorteile beim Devisenhandel?

  1. Der Devisenmarkt ist der größte Markt mit der höchsten Liquidität. Auf Grund der hohen Liquidität ist es abgesehen von extremen Marktsituationen mit überdurchschnittlicher Volatilität für Endkunden sehr einfach, Trades zu öffnen und zu schließen.

  2. Unabhängig von Ort und Zeit. Für den Forex Markt gibt es nicht wie bei der Börse tägliche Öffnungszeiten. Der Handel ist 24 Stunden am Tag möglich und kann somit von jedem Teil in der Welt aus durchgeführt werden. Voraussetzung ist eine stabile Internetverbindung.

  3. Geringe Barrieren für den Einstieg. Viele Broker bieten bereits die Möglichkeit, ein Handelskonto schon mit sehr kleinen Einzahlungen zu öffnen. Oft ist dann auch keine umfangreiche Verifizierung notwendig und die Wahl von kleinen Positionsgrößen ermöglicht es auch bei einem geringen Guthaben auf dem Handelskonto, das Risiko auf einem gesunden Level zu halten.

  4. Niedrige Transaktionskosten. Der Handel am Devisenmarkt ist mit verhältnismäßig geringen Transaktionskosten verbunden. Trader können sich zwischen verschiedenen Modellen entscheiden, bei denen die Transaktionskosten entweder über einen höheren Spread oder über eine fixe Kommission je Trade abgerechnet werden.

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Wie handeln professionelle Trader den Devisenmarkt?

Es gibt mittlerweile unendlich viele Handelsstrategien und Ansätze, über die professionelle und auch noch unerfahrene Trader die Märkte analysieren und handeln. Dabei unterscheiden sich Trader zunächst in dem Zeitfenster, über das sie die Märkte betrachten.

Welche Zeitfenster nutzen professionelle Forex Trader?

Day Trader: Marktteilnehmer, die die Devisenmärkte als Day Trader handeln, öffnen und schließen ihre Trades an ein und demselben Tag. Nicht selten kommt es vor, dass Day Trader über den Handelstag verteilt mehrere Trades öffnen und wieder schließen.

Swing Trader: Diese Gruppe von Marktteilnehmern betrachtet die Währungsmärkte über ein mittel- bis langfristiges Zeitfenster. Dabei kann die Dauer eines Trades zwischen nur ein paar Stunden bis hin zu mehreren Tagen oder sogar Wochen variieren. Swing Trader basieren ihre Analyse auf der mittelfristigen Marktstimmung und Öffnen im Schnitt 3 - 10 Trades im Monat.

Forex Trader, die ihre Positionen über mehrere Monate oder sogar Jahre halten, könnte man schon als Investoren bezeichnen. Hier gibt es unterschiedliche Meinungen und die Branche streitet sich darüber, ab welchem Zeitfenster ein Marktteilnehmer als Investor zu betrachten ist.

Welche Strategien nutzen Forex Trader?

Bei der Auswahl einer Handelsstrategie tun sich die meisten unerfahrenen Trader sehr schwer. Jeder Trader bringt andere Voraussetzungen mit und gerade deshalb ist es so wichtig, dass die Handelsstrategie zur Persönlichkeit und zur Lebenssituation des Traders passt.

Zunächst kann man die gängigen Methoden der Marktanalyse grob in zwei Bereiche unterscheiden.

1. Fundamentale Marktanalyse

Bei der Analyse fundamentaler Daten betrachtet der Trader die Wirtschaftsdaten und ökonomischen Indikatoren einer Währungszone. Jede Woche werden für die verschiedenen Länder und Währungszonen ökonomische Daten veröffentlicht.

Die Idee hinter der fundamentalen Analyse ist, dass bei anhaltendem Wirtschaftswachstum in einem Land auf Grund der hohen Nachfrage von Gütern und Leistungen auch der Wert der Währung im Verhältnis zu anderen Währungen ansteigt. Eine starke Wirtschaft begünstigt Investitionen aus dem Ausland, welche in der Regel in der nationalen Währung getätigt werden.

Aus einer steigenden Nachfrage von Gütern und Dienstleistungen ergibt sich der Anstieg der Preise (Inflation). Die meisten Zentralbanken haben die Aufgabe, die Inflationsrate auf einem gesunden Level zu halten und beeinflussen diese mit einer entsprechenden Zinspolitik.

Bei der fundamentalen Marktanalyse versuchen Trader, die Entwicklung der Wirtschaft in einem Land oder global auf Grund der Wirtschaftszahlen abzuleiten und sich entsprechend ihre Analyse im Markt zu positionieren.

2. Technische Marktanalyse

Die technische Marktanalyse von Finanzmärkten basiert rein auf der Betrachtung der Preischarts und damit der bereits vergangenen Preisbewegungen. Über die Analyse der vorangegangenen Preisbewegungen auf den Charts versuchen Trader längerfristige Trends und kurzfristige Bewegungen abzuleiten.

Bei der Chartanalyse gibt es verschiedene Methoden, die zur Generierung von Handelssignalen führen sollen.

1. Technische Indikatoren

2. Chart- und Kerzenformationen

Technische Indikatoren

Technische Indikatoren werden auf dem Chart installiert und angezeigt, um auf Grund der Verhaltensweise auf dem Chart entweder die Fortsetzung einer Marktbewegung oder die bevorstehende Trendwende anzuzeigen. Technische Indikatoren generieren ihre Signale sehr zeitverzögert, so dass Trader, die ihre Handelsentscheidungen auf diesen Analysemethoden basieren, sehr und oft auch zu spät auf einen Markttrend aufspringen.

Einige gängige technische Indikatoren:

* Gleitende Durchschnitte

* RSI

* Fibonacci Level

Chart- und Kerzenformationen

Bei dieser Analysemethode machen sich Trader ebenfalls die vergangenen Preisbewegungen auf dem Chart zunutze. Sie versuchen aus der Art und Weise, wie die Bewegungen auf dem Chart dargestellt werden, Muster wieder zu erkennen. Daraus sollen dann zukünftige Bewegungen abgeleitet werden.

Eine der bekanntesten Chartformationen ist die Schulter-Kopf-Schulter Formation.

Eine bessere Art der Marktanalyse

Was der reinen fundamentalen Analyse und der reinen Chartanalyse fehlt, ist ein ganz entscheidender Faktor.

Beide Analysemethoden lassen den wichtigsten Faktor außer acht: Die Marktteilnehmer

Um zu verstehen, welche Auswirkung das hat, ist es wichtig zu wissen, dass ein Großteil des spekulativen Handelsvolumens in den Devisenmärkten von Marktteilnehmern verursacht wird, die ihre Handelsentscheidungen auf fundamentalen Daten basieren. Hedge Fonds und Banken öffnen und schließen keine Trades im Devisenmarkt, nur weil sie auf dem Chart eine bestimmte Formation sehen oder ein technischer Indikator ihnen eine bestimmte Marktrichtung anzeigt.

Mit anderen Worten: Wirtschaftsnachrichten sind für den erfolgreichen Devisenhandel von Bedeutung.

Viele Trader argumentieren jedoch, dass sich alle Informationen bereits in den aktuellen Preisbewegungen widerspiegeln. Das ist soweit auch richtig. Es lassen sich jedoch zukünftige Preisbewegungen wesentlich besser und sehr viel wahrscheinlicher vorausahnen, wenn wir uns als Trader über folgende Dinge im Rahmen der Marktanalyse bewusst sind:

1. Aktuelle Markterwartung gegenüber verschiedenen Ereignissen in der Zukunft

2. Marktsentiment der unterschiedlichen Währungen

3. Mögliche Szenarien und deren Wahrscheinlichkeiten

4. Liquiditätssituation

5. Marktsensibilität

Diese und andere fundamentale Konzepte für die professionelle Marktanalyse sind wesentlich näher an der Wahrheit der Märkte, als die reine Analyse von Charts oder einzelner ökonomischer Indikatoren. Der sich daraus ergebene Informationsfluss muss während der Analyse gut strukturiert werden. Nur so kann sich ein Trader den für den erfolgreichen Devisenhandel so wichtigen Interpretationsvorteil verschaffen.

Alles eine Frage der Routine

Für die richtige Interpretation der Marktinformationen sind wiederkehrende Analyse-Routinen von Vorteil. Durch sie ist es möglich, Informationen außerhalb der Charts immer wieder auf die gleiche Weise zu betrachten.

Durch die Routinen ist es möglich herauszufinden, was die Marktbewegungen in den verschiedenen Währungen tatsächlich ausgelöst hat. Zu den Auslösern von Marktbewegungen gehören in der Regel keine Chartformationen oder technische Indikatoren. Sie werden durch die sich ständig verändernden Erwartungen der Marktteilnehmer hervorgerufen.

Nur wenn wir als Trader wissen, was die Bewegungen in der Vergangenheit wirklich ausgelöst hat, können wir daraus ableiten, was die Marktbewegungen in der Zukunft auslösen kann und wird.

Wer das Traden ernsthaft lernen und einmal vom Devisenhandel leben möchte, sollte sich über das WARUM Gedanken machen und weiter schauen, als nur auf die Charts und die dort sichtbaren vergangenen Preisbewegungen.

 

Nils Rehfeldt ist ein erfahrener Forex Trader und schreibt auf seiner Webseite maniforex.de über seine Art und Weise, die Märkte zu analysieren. Er basiert seine Analyse auf den Informationen außerhalb der Charts und setzt dabei bewährte Routinen zur Erarbeitung des nötigen Interpretationsvorteils ein. Laden Sie jetzt auf seiner Webseite den ultimativen Guide für mehr Unabhängigkeit als Trader herunter.

 

Siehe auch:

    Hedging von Fremdwährungspositionen

    Futures auf Devisen

    Währungsumrechner

    Liste aller Währungskürzel

    Liste aller Währungen und Untereinheiten

    Der Weg zum Devisen-Trader

    Welche Tipps sollten Anfänger beim
         Devisenhandel beachten?

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Stand: 23. Januar 2017. Alle Rechte vorbehalten.